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Samstag, 28. April 2012

Chemtrails zwischen Mond und Erde - "Sauberer Himmel" und die Bariumwolke der NASA

Die Chemtrail-Bürgerinitiative "Sauberer Himmel" meint, eine Sensation entdeckt zu haben. Ein Nasa-Experiment mit einer "künstlichen Bariumwolke", und sogar Forscher des deutschen Max-Planck-Institutes waren daran mitbeteiligt. Der Artikel heisst dort "Tests mit Barium-Wolken bereits 1971 - NASA/Max Planck Institute Barium Ion Cloud Project"


Screenshot der Sensationsmeldung von sauberer-Himmel.de


31.500 Kilometer Höhe?

Zur Veranschaulichung:


ca 12.700 Kilometer: Erddurchmesser
       10 Kilometer: Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen
  350-400 Kilometer: Höhe des Orbits der ISS
   31.500 Kilometer: Höhe dieses Experimentes
   36.000 Kilometer: Geostationäre Umlaufbahn
  384.000 Kilometer: Mittlere Entfernung des Mondes von der Erde


 Veranschaulichung der Entfernung des Experimentes

Natürlich sagt man bei sauberer Himmel auch nicht, dass man dazu selbstverständlich eine Rakete benutze und kein Flugzeug. Sogar eine "richtige"  4-Stufige Rakete und nicht nur eine kleine Höhenforschungsrakete. Das Experiment fand mithilfe einer Scout-Rakete statt. Auch verschweigt die Bürgerinitiative, dass es sich um 16 Kilogramm eines Barium-Kupferoxid-Gemisch handelte - 16 Kilogramm, das entspricht dem Gewicht dieses Karpfens. Das alles ist auf der von sauberen Himmel verlinkten NASA-Seite nachzulesen.

 So sah die Rakete aus, die von NASA und dem Max-oPlanck-Institut benutzt wurde. Ein Exemplar kostete in den 70er-Jahren übrigens ca 1,2 Millionen US-Dollar. Bildquelle: Wikipedia

Vielleicht ist das ja nur ein Tippfehler...

Dann suchen wir uns mal andere Quellen, eine ist z.B. das Abstract der Forschungspublikation (allgemein wird so was "Paper" genannt), wer das ganze Paper haben will, muss dafür allerdings 25$ bezahlen. Im Abstract - der "Zusammenfassung" - heisst es:

The National Aeronautics and Space Administration and the Max Planck Institute for Extraterrestrial Physics (MPE), Munich, Germany, conducted a, cooperative experiment involving the release and study of a barium cloud at 31,500 km altitude near the equatorial plane. The release was made near local magnetic midnight on September 21, 1971. The MPE-built spacecraft contained a canister of 16 kg of Ba CuO mixture, a two-axis magnetometer, and other payload instrumentation. It was launched from the NASA, Wallops Island, facilities into a probe trajectory by a four-stage NASA Scout rocket.

Also auch hier steht, dass eine Scout-Rakete eine Wolke in 31.500 Kilometer Höhe erzeugte und das dazu 16 Kilogramm eines Barium-Kupferoxid-Gemischs verwendet wurden. Gibt es noch mehr Quellen? Ja, gibt es. Der Bericht "United States space science program: report to Cospar 1972" ist bei Google-Books zu finden, dort heisst es auf Seite 31:


Screenshot von Google-Books

Also auch hier wird eine Höhe von 31.500 Kilometern angegeben und die Masse des Barium-Kupferoxid-Gemischs wird mit "um 15 Kilogramm" angegeben. Aber wenn schon eine Deutsche Forschungsanstalt beteiligt war, dann wird sich doch wohl auch was in Deutsch finden, quasi aus erster Hand?

Raimar Lüst, ein deutscher Astrophysiker, hat dieses Experiment geplant und war dabei.

Reimar Lüst, der die Geschicke der Max-Planck Gesellschaft prägte und sogar zu deren Präsident ernannt wurde, war dabei. Er hat jahrzehntelang an ähnlichen Projekten weiltweit mitgearbeitet. Eine echte "Primär-Quelle". Anlässlich seines 80. Geburtstags berichtete er über sein Leben und seine Arbeit und diesen Bericht kann man hier als PDF (36 MB) downloaden. Er liest sich auch für Laien locker und ist deshalb ideal, auch für Nicht-Physiker und Nicht-Chemiker zu lesen. Dort heisst es auf Seite 31:

Screenshot aus oben genannten PDF

Aha, er nennt interessante Details, erstmal die Entfernung, die gibt er mit "5,6 Erdradien" an - das entspricht 31.500 Kilometern und lässt keine Feldeutung in Sachen Meter/Kilometer zu. Er spricht aber nur von 1,5 Kilogramm Barium - aber die anderen Quellen mit den 16 Kilogramm sprachen auch von einem "Gemisch" und gaben die Gesamtmenge an. Auf den vorgehenden Seiten beschreibt Reimar Lüst, warum man sich für ein Barium-Kupferoxidgemisch entschied, wen das interessiert, der kann es ja dort nachlesen.

Interessant ist aber, das er Informationen liefert, die man aus den kurzen Abstract nicht erhält. Die Wolke war also 1 1/2 Stunden zu beobachten. Jenseits dieses Zitats gibt er auch den eigentlichen Grund für das Experiment an, denn die im Abstract genannten Gründe zur Erforschung des Magnetfeldes waren eigentlich Nebenaspekte.

Speziell bei diesem Experiment wollte man nicht nur eine künstliche Wolke erschaffen um mehr über die Grenzschicht der Atmosphäre oder das Magnetfeld zu erfahren, sondern das Experiment diente dazu, eine Art "künstlichen Kometenschweif" zu erzeugen um zu klären, warum ein Komet manchmal zwei von der Sonne abgewendete Schweife hat, die auch noch unterschiedlich gebogen sind. Zur Lösung dieses Problems hat dieses Experiment beigetragen. Die Theorie war, dass ein Teil der Materie eines Kometenschweifes ionisiert ist, ein anderer Teil nicht und der Sonnenwind wirkt sich auf "normale" Atome und Ionen unterschiedlich aus, diese Theorie hat man mit diesen Experiment untermauern können um sie 1984 schliesslich zu bestätigen.

Und das schönste ist natürlich, dass es in diesen PDF zwei Bilder  der erzeugten Wolke gibt:

Screenshots vom oben genannten PDF


Was bedeutet das jetzt für die "Chemtrails" und "künstlichen Wolken"?

Tja, da hat sich die Bürgerinitiative einen groben Patzer geleistet. Mit diesem Experiment ist in Sachen Chemtrails oder Haarp gar nichts bewiesen. Wobei ich nicht verschweigen will, dass es zahlreiche Experimente mit kleineren Raketen und Bariumwolken gab, die spielten sich aber alle in Höhen von 100 bis 2000 Kilometern ab. Das ist auch schon Weltraum, allerdings gibt es dort noch Restatmosphäre, deswegen muss z.B. die ISS regelmässig von den angedockten Versorgungsraumschiffen angehoben werden, da sie durch diese sehr dünne Atmosphäre abgebremst wird.

Warum nimmt man eigentlich Barium? Weil es - wenn es da oben mit dem gebundenem Sauerstoff aus den Kupferoxid reagiert - sehr schön leuchtet. Deswegen vermischte man es mit Kupferdioxid, denn wie die Endung "-oxid" verrät, ist dieses Kupfer mit Sauerstoff gebunden, und mit diesen Sauerstoff kann das Barium auch im Vakuum reagieren, wenn die Strahlung der Sonne darauf einwirkt. Und man braucht extrem wenig Barium um eine nachts sichtbare Wolke zu erzeugen. Viele dieser Experimente wurden mit Bariummengen im Grammbereich durchgeführt, wie man den Beschreibungen Reimer Lüsts entnehmen kann.

Während dieser Experimente ändert es übrigens seine Farbe, anfangs ist es grün, durch die Ionisation verfärbt es sich binnen sekunden zu Purpur und letztlich ins bläuliche.

Im Grossen und Ganzen sieht die Sache also ziemlich anders aus, als es sauberer Himmel darstellt. Die Bürgerinitiative reitet auf diesen "Beweis" allerdings ganz schön hochnäsig herum und tut so, als hätte sie die "Smoking-Gun" gefunden. So heisst es bei sauberer Himmel:

Viele Menschen in den USA und Europa stellen sich bekannterweise die Frage, warum das Element Barium so gehäuft im Regenwasser vorkommt. Auch medizinische Untersuchungen bestätigen außergewöhnlich hohe Belastungen des menschlichen Organismus mit Barium. Eine Ursache dafür wäre, dass dieses Barium aus der künstlichen Wolkenerzeugung stammt.
 Also das Barium im Regenwasser und im menschlichen Körper lässt sich ganz bestimmt nicht mit einen Experiment in der Nähe von Geostationären Satelliten  erklären.

Im darauf folgenden Artikel "HAARP, Chemtrails und Barium - Das ist Wissenschaft und keine Verschwörungstheorie!"  heisst es:

Dabei steht in der HAARP-Patentanmeldung geschrieben, dass das Versprühen von Barium in der Atmosphäre die Auswirkungen von HAARP erweitern kann.
Wörtlich heißt es dort:
"It has also been proposed to release large clouds of barium in the magnetosphere so that photoionization will increase the cold plasma density, thereby producing electron precipitation through enhanced whistler-mode interactions."
Das ist toll, denn es zeigt, dass man bei Sauberer Himmel - immerhin gegründet und vertreten von einen Rechtsanwalt - keine Patentschrift lesen kann.

Denn dieses Zitat ist aus dem Kapitel "Background Art", dort wird beschrieben, was bisher alles in der Atmosphärenforschung, in dessen Fussstapfen HAARP treten soll, bisher geschah. Deswegen beginnt dieses Kapitel mit "In the late 1950's,..." und erwähnt alle anderen Experimente (z.B. auch das Zünden von Nuklearwaffen in der oberen Atmosphäre). Ja, mit Bariumwolken, die per Rakete in die obersten Schichten der Atmosphäre oder darüberhinaus erzeugt wurden, hat man experimentiert. Das steht im HAARP-Patent, weil durch HAARP vieler dieser Methoden ersetzt werden können.

In der eigentlichen Beschreibung des Patentes selbst wird Barium kein einziges mal erwähnt.

 Wie wir berichtet hatten, hat die NASA bereits 1971 zusammen mit dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) ein gemeinsames Experiment mit künstlichen Barium-Wolken durchgeführt.
Wie ich aufgezeigt habe, hat da die Bürgerinitiative einen ganz groben Fehlschluss gezogen.

 Aber auch andere deutsche Wissenschaftler interessierten sich schon in den 60er Jahren dafür, wie sich "die - durch Sonnenstrahlung elektrisch aufgeladenen - Barium-Wolken im Magnetfeld der Erde verhalten", wie einem Spiegel-Artikel aus dem Jahre 1966 zu entnehmen ist (DER SPIEGEL, Ausgabe 9/1966).

... und was steht da in diesen Spiegel-Artikel? Schauen wir mal nach

 Im Institut für Extraterrestrische Physik in Garching bei München bauten Techniker und Weltraumforscher Raketenteile und Meßinstrumente "zu einer Nutzlast zusammen" (Professor Reimar Lüst): Im April und im Juni sollen diese Sonden auf Sardinien und in der Sahara in Höhen von 200 bis 2000 Kilometer aufsteigen und im Gipfelpunkt ihrer Flugbahn unter anderem Barium-Wolken ausstoßen. Die Forscher interessieren sich dafür, wie sich die - durch Sonnenstrahlung elektrisch aufgeladenen - Barium-Wolken im Magnetfeld der Erde verhalten.

Aha! 200 bis 2000 Kilometer Höhe. Flugzeuge fliegen bekanntlich nur um die 10 Kilometer Höhe und Privatfirmen werden bald Weltraumflüge für Privatpersonen anbieten, die knapp über 100 Kilometer hoch sein werden. Das ist alles schon "im Weltraum"

Selbstverständlich gibt es insoweit auch ein entsprechendes Patent.

... und wenn man auf den Link draufklickt, sieht man, das es sich um ein Patent für Raketen handelt, wie diese besser kontrolierbar das Barium im Weltraum ausbreiten können. Wieder nichts mit Chemtrails oder Haarp. Das muss doch schon fast peinlich sein, wenn man Quellen verlinkt, in denen was anderes steht als behauptet.


Grüne Wolke über Moskau

Auch in den vorherigen Artikel bei sauberer Himmel namens "Grüne Wolke über Moskau" bezieht man sich auf das Raketenexperiment. Der einzige Zusammenhang ist "grüne Wolke", was für die Bürgerinitiative ab jetzt wohl das Synonym für "Bariumwolke" ist. Dort handelte es sich um eine grüne Wolke die vor kurzen in und um Moskau aufgetreten ist, deren Ursache war Pollenflug, ausgelöst durch einen schlagartigen Wetterwechsel, was für viele Pflanzen gleichzeitig das Signal war, ihre Pollen auszubringen. Diese Erklärung wird von  sauberer Himmel zwar auch erwähnt, aber zwischen den Zeilen versucht man das als lächerliche Ausrede zu verkaufen.

Wenn das aber keine Pollen gewesen sein sollen, warum werden dann z.B. hier mit Pollen überdeckte Autos gezeigt?


...und in diesem Video kann man ab min 1:10 sogar sehen, wie diese Grüne Wolke aus einem Wald heraus entsteht:


Das hält - wie schon erwähnt - die Bürgerinitiative nicht davon ab, das mit den Barium-Wolken der Raketenexperimente in Verbindung zu bringen:

Im Übrigen war das nicht die erste grüne Wolke, die für Unruhe sorgte: "Kein kleines grünes Männchen hüpfte von  dieser dicken grünen Wolke .... ", heißt es in diesem Zeitungsartikel aus dem Jahre 1967. Nein, man hatte mal wieder Tests mit Barium-Wolken durchgeführt. Ursache der grünen Färbung war somit das Barium.
In den verlinkten Zeitungsartikel von 1967 wird leider nicht die Höhe genannt, nur dass die Experimente offenbar abends stattfanden, denn es heisst dort "after Sunset".

Aber ich nutze mal die Gelegenheit, Bilder von diesen anderen Bariumwolken-Experimenten zu zeigen. Dann kann ja jeder selbst entscheiden, ob die grünen Wolken von Moskau damit etwas zu tun haben oder nicht:

So sehen die "grünen Barium-Wolken" der Raketenexperimente aus:

This unusual picture was taken on May 20, 1976, early in the evening just after dark. A rocket was launched from Tonapah, Nevada carrying a canister of barium. The cannister was released high in the ionosphere to study the effects of solar particles hitting this layer. The cannister was exploded open and the resultant 'green' color is the barium itself. The blue whitish color was caused by the explosion. 

Minolta plus 50 mm lens, Ektachrome, 1968: Wallops Island, on the East coast, did a lot of atmospheric testing in that era with sounding rockets. At it's altitude, the rocket would release, I believe Barium, into the atmosphere to observe how it reacted with the atmosphere at varying altitudes, and how & which way it would disperse. It was very startling when I first saw it, before I knew what it

Bildgalerie aus einer alten Ausgabe des Time-Magazines, leider ohne Datumsangabe 


Die Artikel der Bürgerinitiative haben sich seit Werner Altnickels Abschied deutlich verändert.

Für alle die es nicht mitbekommen haben. Mitbegründer Werner Altnickel hat sich von der Bürgerinitiative getrennt. Als Gründe gibt er mangelnde Transparenz, fehlende Qualitätssicherung zugunsten vieler Meldungen die mehr Klicks bringen, mangelnde Mitsprache der Mitglieder, willkürliche Rauswürfe von Mitgliedern wegen des Verdachts der Unterwanderung und fehlende Möglichkeit auf die Verwendung der Spenden und Einnahmen Einfluss zu nehmen.

Persönlich enttäuscht hat Altnickel wohl, dass Rechtsanwalt Dominik Storr ohne Nachfrage den Text von Werner Altnickel zum Buch "Kriegswaffe Erde" abgeändert hat. Werner Altnickels Stellungnahme kann man auf Werner Altnickels Seite nachlesen. Wer wirklich an den Details interessiert ist, sollte es nicht versäumen auf die im Altnickels Text verlinkten eMails zu klicken.

Altnickels Rückzug wirkt sich deutlich auf die Web-Präsenz der Bürgerinitiative aus, seitdem werden täglich 2-4 Beiträge pro Tag gebracht, und die sind von einer Qualität - naja, an diesen Beispiel mit der Bariumwolke sieht man es ja. Man liefert - ohne es zu merken - einen Beweis dafür, dass Regenwasserproben für den Nachweis von Chemtrails sinnlos sind, man empfiehlt Videos von einen Klimaskeptiker der in einen anderen Interview sachlich begründet, warum die Chemtrails keine Chemtrails sind, Nanopartikel reichen nicht mehr, es könnten ja Nanobots oder gar vernetzte Nano-Computer sein. Jede Kritik prallt ab und wird auch noch als der "Ultimative Beweis für Chemtrails" betrachtet. Man bezieht sich dreimal auf einen Artikel, den man offenbar nicht verstanden hat. Man macht eine sinnlose Unterstützerliste und gibt falsche Zahlen an. Man hat immer noch nicht gemerkt, dass ein A380 sehr grosse Flügel und nach vorne versetzte Triebwerke hat. etc. etc.


Vielleicht will man auch mit dieser Masse an Beiträgen die schärfsten Kritiker wie z.B. diese Seite einfach mit der Masse überschwemmen, auf das man dort die Lust verliert. Wer weiss, was man bei sauberer Himmel wirklich vorhat.

Dienstag, 17. April 2012

SkyGeek Null-punkt-Zwei: Foto- und Video-Liveblog zu Discoverys letzter Reise

 

Foto-Live-Blog zu Discoverys letzter Reise
17.2.2012


Es gibt da einen Blog, ähnlich wie diesem mit einen ähnlichen Namen

Skyweek Zwei punkt Null

Normalerweise findet man dort sehr fundierte und ausgewählte Quellen, doch anlässlich des Transports der ausgemusterten Space-Shuttles ist der Kollege Daniel Fischer leider auf ein paar plumpe Fälschungen hereingefallen. Ich habe dagegen die Originalbilder und noch viel mehr, denn der Transport wurde offenbar mehrmals heimlich geübt und fand bereits statt.

Auf Fakes hereinzufallen passiert manchmal auch den Besten

2. Update



Das ultimative Bild des Discovery-Transfers, aufgenommen über Washington, DC, vom begleitenden T-38-Jet aus. Offenbar alles nur eine PR-Aktion für Modellbaukits. Immerhin wird jetzt die wahre Bedeutung des Washington Monuments klar: Ein Präsentationsständer für den grössten Modellbausatz der Welt. Trotzdem schöne Bilder, die Skyweek Zwei punkt Null gesammelt hat und sich dort in den zahlreichen Links im Text verbergen. Als nächstes ist die Enterprise dran. Nicht das kleine Prototyp-Shuttle, sondern die echte Enterprise. die wurde nämlich in Las Vegas gebaut, aber am Tag der Einweihung vermutlich von Siegfried und Roy weggezaubert. Offiziell existieren nur noch Planungsskizzen.


Simulation des kommenden Transports der Enterprise

... und danach ist dann die Endeavour dran. Die Experten streiten sich aber noch, ob mit vollen Segeln an der  Takelage oder ohne. Die Entscheidung wird wohl von den Witterungsbedingungen abhängen. [22:07 MESZ]


1. Update 17.4. [19:00 MESZ]

Erfreut nimmt die Galaktische Blöderation zur Kenntniss, dass inzw. auch Daniel Fischer den Hoax erkannt hat. Er liefert sogar neue Beweise, denn das Shuttle-Carrier-Aircraft sendet keine Transponderdaten, ist also auf Online-Radartrackern wie Flightradar24.com "unsichtbar". das ist ein deutliches Indiz für eine False-Flag-Aktion a la 9/11 oder wie der Youtube-Starjournalist Conrebbi zu wissen glaubt, ein Indiz für einen Chemtrail-Bomber. Skyweek Zwei-punkt-Null berichtet aber trotzdem weiter, die Simulation war ja auch teuer genug und es sind schone Bilder hier und da und dort

Wer steuert eigentlich die Discovery? Denn die ist doch viel zu schwer für diese dünnen Beinchen am Shuttle Carrier Aircraft. Wir haben es herausgefunden. Käptn´n Karl führt syncron zur Boeing 747 alle Flugbewegungen an Bord der Discovery aus.

Pilot der umgebauten 747 - dem Shuttle-Carrier-Aircrafts. Jeff Moultrie

Pilot des Shuttle Discovery. Käptn Karl.

Zusätzliches Indiz für diese Vermutung ist, dass Käptn Karl während des Transferfluges nicht twitterte - erst nach der Landung fing er damit wieder an. Sonst twittert er ununterbrochen aber während des Transfers muss er sein Smartphone natürlich auf Flugmodus stellen und konnte nicht twittern.



Das Innere der Discovery: Dichtgedrängte Vergnügungslustige Touristen.

Wegen der geringen Gewinnspanne unfreundliche Flugbegleitung von Drax Enterprises (c) United Artists

Eine weitere Frage stellt sich und ist bis Dato unbeantwortet. Was ist eigentlich an Bord des Shuttles und der riesigen 747? Jeder mit Insider-Kenntnissen weiss, das keine Fluggesellschaft gerne mit leeren Fliegern fliegt. Lieber verschachert man leere Plätze für einen Appel und ein Ei an Billiganbieter. Auch diese Frage ist nun dank I-Net-Recherche a la Conrebbi beantwortet, die ad-hoc wiederbelebte Drax Enterprise Coorperation hat noch Sitze für das Shuttle aus einer vorherigen Aktion namens "Moonraker". Damals flog man hunderte Schauspiel-Komparsen in gelben Jumpsuits zur einer geheimen Raumstation. Heute fliegt man für nur 49 cent Urlauber zu einen Vergnügungspark in Florida [19:00 MESZ]


Und hier die Sensationen, die wirklich geschehen sind: Die heute virtuell nachgestellten Transporte fanden schon statt, dabei ist ein Shuttle über Österreich verloren gegangen, Otto Mulert berichtet darüber via Youtube. Gerüchten zufolge ist dieses verlorene Shuttle in der Hamburger Speicherstadt notgelandet. Meanwhile in Russia: Die Russen wollen den Schauspiel aus der USA nicht nachstehen und holen eine bisher geheimgehaltene Buran heraus und transportieren sie mit einer AN-225 von Kreml zur Schweiz und wieder zurück, wieder ein unbestreitbarer YouTube-Beweis. Shuttle-Konstrukteur Mr. Daniel gibt uns einen Einblick in die Montagehalle und gewährt uns in diesem Youtube-Video einen Blick in die Baupläne. Die Challanger-Katastrophe verlief in Wirklichkeit auch ganz anders, wie dieses geleakte Youtube-Video zeigt. Weitere tolle Shuttle-Bilder gibt es hier, hier, hier und vor allem hier. [6:30 MESZ]

Hier die Originalbilder:

Bild vom echten Hersteller des Shuttles Jack-Electronic-Arts@Turbosquid

Bild vom Investigativjournalisten http2007

Bild vom echten Hersteller des Shuttles Jack-Electronic-Arts@Turbosquid



Heute wird der Welt vorgespielt, das der Shuttle-Orbiter Discovery vom Cape nach Washington geflogen wird, wo er 13 Monate nach seiner letzten gefakten Landung im Annex des Nat’l Air & Space Museums seinen endgültigen Platz finden soll: Die Discovery sitzt angeblich bereits auf dem Shuttle Carrier Aircraft (ein eindeutig gefälschtes Zeitraffer-Video der Montage, ein wackliges Video vom Roll-out und mehr Bilder), und die Simulation der Überführung ist heute von 13:00 bis 16:40 MESZ geplant: Wegen ein paar Ehrenrunden über Washington - der angeblichen Hauptstadt der USA - dauert’s länger. Am 19. April steigt dann ein großes Geheimlogen-Ritual, und am 23. April reist die Enterprise nach New York City ab, deren Platz im Hangar des Washingtoner Flughafens die Discovery einnimmt. [5:15 MESZ]


Dieser Blogbeitrag wurde nach Nachrichtenlage und Langeweile des Autors laufend aktualisiert.




 --------------------------------------- Flaschenpost -------------------------------------


Kleine Flaschenpost an die Leser
von sichtungen-ufo.de

Wenn ihr mit SATIRE nicht umgehen könnt und sie nicht von echten Informationen trennen könnt, dann spricht das nicht für Euere Medienkompetenz.


Da unter den Artikel gibt es sog. "Tags". Eins dieser Tags heisst "Satire". Artikel, bei denen dieser Tag gesetzt ist, meine ich nicht ernst, die anderen schon. Die meisten Artikel in diesen Blog sind KEINE SATIRE. Meine Stammleser konnten das erkennen und unterscheiden.

Der hier parodierte Blog fand diese Parodie übrigens gelungen.



Klickt doch mal auf den Tag namens "Chemtrails" - das meiste davon ist ernst gemeint, ausser der Artikel vom 1. April 2012.
 


 --------------------------------------- Flaschenpost - Ende ------------------------------



Mittwoch, 4. April 2012

Grail: Mondforschung für die Schule - leider "nicht befriedigend"


Die NASA verbindet mit der GRAIL-Mission Grundlagenforschung mit Öffentlichkeitsarbeit an den amerikanischen Schulen. Die beiden Grail-Sonden umkreisen den Mond und messen dabei durchgehend ihre Entfernung untereinander sowie die Entfernung zur Erde. Dadurch kann man Gravitations-Anomalien des Mondes sehr exakt entdecken, weil sich durch eine solche Anomalie die Position einer der beiden Satelliten minimal verändert.  Und insgesamt kann man so Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Mondes - auch unterhalb der Oberfläche - ziehen.

 Künstlerische Darstellung der beiden Grail-Sonden. Quelle: NASA/JPL-Caltech/MIT

Nebenbei haben beide Sonden jeweils vier Kameras, die den Mond aufnehmen. Diese Kameras werden MoonKAM (Moon Knowledge Acquired by Middle school students) genannt und der Name sagt schon, für was sie benutzt werden sollen - Mittelstufenschülern Wissen über den Mond zu vermitteln.

Das klingt schon mal sehr toll und lobenswert. Schulklassen dürfen einen Bereich des Mondes auswählen und die MoonKams der Grail-Sonden liefern die Bilder für den Unterricht in einer Galerie. So war ich schon sehr gespannt, wie die ersten Bilder denn aussehen, denn von den Kameras selbst ist auf den NASA-Seiten und sogar auf der extra eingerichteten Projektseite kaum eine "harte" Information zu den verwendeten Kameras zu finden. Das ist seltsam, denn normalerweise will der Hersteller ja mit der Leistungsfähigkeit seiner Gerätschaften angeben und die Wissenschaftler brauchen die Spezifikationen um die erhaltenen Daten bewerten zu können.


Nun sind die ersten Bilder da, und - ehrlich gesagt - ich finde sie etwas enttäuschend.

 Eins der besseren Bilder von Grail, um 90° gedreht, damit es hier im Blog nicht (wie sonst meistens) verkleinert sondern in Originalgrösse (!) dargestellt wird. Quelle: Grail Moonkam Homepage, Bild #9568

Warum ich so enttäuscht bin, das werde ich noch schreiben. Jetzt schreibe ich erstmal was zu den verwendeten Kameras. Denn wenn man nichts offizielles über die Kameras erfahren konnte, so sprechen die Bilder eine deutliche Sprache. Es handelt sich offenbar um VIDEO-Kameras im amerikanischem NTSC-Format. Das ergibt sich aus dem Format der Bilder: 720 Pixel breit und 480 Pixel hoch und auf Nachfragen bei der NASA hat man mir das inzw. auch bestätigt, dass es sich um NTSC-Bilder handelt.

Video-Kameras für Einzelbilder?

In den Pioniertagen (siehe hier) war es noch verständlich, denn nur Videokameras lieferten ein elektronisches Bild, das man per Funk versenden konnte. Aber heute? Niemand auf der Erde würde auf die Idee kommen, Portraitfotos mit einer Video-Überwachungskamera zu machen. Jeder, der eine halbwegs bessere Digitalkamera hat, kennt das. Im Foto-Modus macht die Kamera - unterstützt durch Automatik-Programme und Filter - tolle Bilder. Im Video-Modus  wird´s im Vergleich dazu matschig und wenn sich viel bewegt, schlägt die Videokompression erbarmungslos zu. Solche Effekte wie "Interlace" (aka Zeilensprungverfahren) in Videos, die auf die Bedürfnisse uralter Röhrenfernseher zurückzuführen sind und in heutigen Videostandards noch existieren, sorgen für horizontale Streifen bei schnellen Bewegungen. Diese uralten "Notkrücken" aus Röhrenfernsehtagen werden in den gültigen Standards heute noch als Grundlage mitgenommen, obwohl die Technik schon längst darüber hinaus ist.

Nun wo es klar ist, dass es sich wohl um Videokameras handelt, galt es herauszufinden, was diese können und was nicht. Der Hersteller "Ecliptic Enterprises" stellt vor allem so genannte "RocketCams" her, das sind Videokameras die man an Raketen und den Shuttle (und auch an Flugzeugen oder Waffensystemen) anbringt, um Bilder vom Start zu übertragen und zu sehen, ob sich die Booster ordentlich abtrennen, ob die Stufentrennung klappt und die Steuerdüsen funktionieren. Da macht es auch Sinn, Videokameras zu verwenden, denn man will ja "live" sehen, was mit der Rakete gerade passiert und diese Bilder sind für den Zuschauer einer Übertragung natürlich die optischen Highligths.

Typische Anwendung einer "Rocketcam" - Live-Übertragung der Manöver während eines Raketenstartes: Video des Herstellers Eclipse-Enterprises auf YouTube


 Die "Rocketcam" und wie sie in Raketen verbaut wird - Werbebilder des Herstellers Eclipse Enterprises


 Die Vier Kameras einer Grail-Sonde. Im Hintergrund ist das Videoübertragungssystem Quelle: NASA

Tatsächlich, die "Rocketcams" sehen genauso aus wie die Kameras, die in Grail verarbeitet wurden.


Im Datenblatt (PDF 110 KB) zu diesen Rocketcams steht nun aber, das diese Kameras auch das europäische Videosystem PAL beherrschen. PAL bietet gegenüber NTSC ein paar (zugegeben geringe) aber entschiedende Vorteile. Erstens ist die Auflösung in der Höhe größer, PAL arbeitet mit einer Auflösung von 720x576 Pixel. Das wären schonmal 20% mehr Pixel. Immerhin. Und ein weiterer Vorteil, der nur Leuten auffällt, die sich mit Videobearbeitung auseinander gesetzt haben: Das NTSC-Format 720x480 für ein normales Bild im 4:3-Format erzeugt Einzelbilder, deren Seitenverhältnis nicht stimmt, denn bei der NTSC-Auflösung ergibt sich ein Verhältnis 3:2, wenn man von quadratischen Pixeln ausgeht.

Zum Vergleich - was habe ich denn an alten 4:3-Bildmaterial gerade greifbar auf der Platte? Hier ein Bild einer alten "Joachim Bublath"-Folge, ausgestrahlt in 4:3-Format:




 Man sieht deutlich, im NTSC-Format wird der Moderator plötzlich dicker, und das runde ZDF-Logo wird auch gequetscht. Aus den bisherigen Grail-Bilder habe ich nun welche ausgesucht, welche einer der beiden Kameras in Nadir-Ausrichtung, also der direkten "Draufsicht" von einen möglichst grossen runden Krater zeigt, ein Beispiel:



Auch wenn es nicht so sehr auffällt, aber ich habe ca. ein halbes Dutzend grosser, runder Krater überprüft. Alle sind breiter als hoch.

Videobilder im Interlaced-Format. Das ungeeignetste, was man nehmen konnte.

Schlimmer noch, vorhin erwähnte ich doch, das die GRAIL-Kameras noch Bilder in Interlaced-Format übertragen. Das ist - wie schon gesagt - ein uraltes Verfahren für die allerersten Röhrenfernseher. Wie sich das auf Videoübertragungen heute auswirkt, sieht jeder, der  via DVB-T (geringere Bandbreite als Satellit- oder Kabelfernsehen) z.B. mal bei einen Fussballspiel mit schnellen Schwenks auf den Hintergrund gesehen hat.

Das die Bilder im Interlaced-Modus übertragen wurden, sieht man bei Kontrastreichen Bereichen der Grail-Bilder überdeutlich:

4-fache Vergrösserung (Sonst nichts verändert!) eines Ausschnites von Bild #51 (Emily Dickinson Elementary School) BMP-Format

Diese horizontalen Muster entstehen dadurch, dass durch die Bewegung der Sonde und den interlace-Übertragungsformat zuerst die einen Zeilen der des Bildes übertragen werden - die Sonde bewegt sich etwas weiter und manche Helligkeitsbereiche varrieren leicht - und dann werden die übriggeblieben Zeilen übertragen.

 Ein Bild sagt mehr als lange Sätze: 
So funktioniert "interlaced" 
Quelle: Wikipedia

Laut Datenblatt können die Kameras nur in Interlaced-Mode Bilder übertragen, da hat man also schon mal den falschen Kameratyp gewählt. Ich habe bei der NASA nachgefragt und vorgeschlagen, doch nachträglich wenigstens auf das PAL-Format umzuschalten, aber das sei jetzt nicht mehr möglich. Schade, zeigt aber auch wie "nebensächlich" dieses Schulprojekt bei der NASA behandelt wurde. Normalerweise ist es bei der Raumfahrt üblich, auch im Betrieb Software und Einstellungen nachträglich ändern zu können, z.B. weil ein System ausfällt. Offenbar hat man es versäumt, bei den Kamerasystemen ein nachträgliches Update oder Ändern der Parameter zuzulassen. Oder - was ich für wahrscheinlicher halte - man hat niemals sowas in Erwägung gezogen, "Die Firma liefert uns ein fertiges, geschlossenes System, das wir bei Raketenstarts seit Jahren erfolgreich verwenden. Es wird schon alles stimmen..."

Bei der NASA hat man einfach die gelieferten Kameras genommen, getestet ob sie funktionieren und mit den - für Amerika üblichen Standardeinstellungen (NTSC interlaced)  - kompatibel zum ältesten Röhrenfernseher aber für wissenschaftliche Auswertung schlichtweg unbrauchbar - in die Sonden verbaut. Auf meine Nachfrage wurde übrigens auch gesagt, dass man nach der Mission in einer Post-Production die Bildfehler beseitigen und das Seitenverhältnis korrigieren will. Das hätte man sich sparen können, wenn man die Kameras mit vernünftigen Parametern programmiert hätte oder besser noch, gleich vernünftige Kameras eingebaut hätte. Denn überhaupt. Videokameras statt ordentlicher Einzelbildkameras einzubauen und danach von den Videoaufzeichnungen einzelne Standbilder zu übertragen, ist schon eine grundlegende Fehlentscheidung.

Man wird sich bei der NASA wohl gedacht haben "Für die Schüler wird´s schon reichen". Oder noch schlimmer: Man wusste ganz genau, für die Wissenschaft sind diese Kameras unbrauchbar, also "schenken" wir sie den Schülern.

Alles was ich also in vorhergehenden Beiträgen geschrieben habe (In der Raumfahrt werden Schwarzweiss-Kameras mit Farbfiltern davor benutzt, immer auf den verwendeten Farbfilter achten etc) trifft auf die Videokameras von Grail nicht zu. Sie sind wirklich nur "Beiwerk", bei dem die NASA wohl sehr beiläufig bis lieblos gehandelt hat.

Als Heranwachsender war ich immer enttäuscht, wenn man mir "Wissenschaft" vermitteln wollte und es nur Spielzeug statt Brauchbaren gab - z.B. ein "Spielzeugmikroskop", das zwar wie ein echtes Mikroskop aussah, aber keine vernünftigen Bilder erzeugte und dessen Plastiklinsen schon beim Anschauen Kratzer bekamen. Danach hatte ich keinen Bock mehr auf Mikroskopie. So vergrämt man Kindern eher das Streben nach Wissen und Forschen.

Was ist mit Alien-Basen auf den Mond? 
Oder abgestürzten Raumschiffen auf den Mond?

Insgeheim hoffte ich bei evtl. aufkommenden "Alien-Basis-auf-den-Mond"-Diskussionen auf die Bilder von Grail verweisen zu können. Dann hätte ich denjenigen nämlich gesagt:

"Sag, Du seist der Klassensprecher der Schulklasse 8b. Du seist so unendlich traurig, dass das MoonkamProjekt eigentlich nur für USA-Schulen gedacht ist, aber bitte, bitte, liebe NASA, ihr macht in Physik gerade den Mond durch und sende der NASA die Koordinaten. Das schreibst Du am besten einfach auf deutsch direkt an Jesco von Puttkamer und dann machen die für Dich nochmal eine neue, exklusive Aufnahme"

:-D

Das hätte ganz bestimmt geklappt, denn die Bilder werden so oder so gemacht, ganz egal ob sich eine Schulklasse meldet oder nicht. Denn die NASA wird ganz bestimmt nicht für eine Schulklasse die Sonden auf einen anderen Kurs umlenken. Man sammelt dort die Daten, denn Grail soll ja den gesamten Mond auf Gravitationsanomalien erforschen.  Und wenn die Bilder von Grail da sind, dann wird man sie in einer Galerie präsentieren.

Aber mit den Bildern in dieser miesen Qualität wird das nichts mit meiner Zweckentfremdung für die "Alien-Moon-Base"-Fans. Das sieht dank Zeilensprungverfahren (aka interlaced) ja so aus, als wenn die Aliens ein mondumspannendes, dichtes Schienennetz verlegt hätten. Und die anderen Artefakte, die man in den Bildern findet. Ohjeohje. Grail könnte einer der Lieblingsmissionen für UFO-Freaks werden.

Immerhin lernen die Kinder aber vielleicht so etwas über Artefakte, diesmal nicht durch Kompression, sondern durch falsch eingesetzte Videotechnik.

Donnerstag, 29. März 2012

Flaschenpost an Ausserirdische.de: Die NASA-Dunkelkammer des Herrn Wolf

Das ist kein Blogeintrag, sondern eine Flaschenpost an die Teilnehmer des Forums  Ausserirdische.de von einer Diskussion dort erhalte ich zahlreiche Zugriffe, sodass ich sie beiläufig verfolge. Momentan geht es um ein Statement im Rahmen der ellenlangen Disclosure-Pressekonferenz. Genauer geht es um die Aussage von Sergant Karl Wolf, der behauptet, bei Reparaturarbeiten in einen Photolabor der NASA gehört zu haben, wie jemand zugibt, dass man Basen auf der Rückseite des Mondes gefunden hätte und diese vertuscht. Man verweist auf eine Seite mit folgender Kurzbeschreibung:

 Sergeant Karl Wolf (US Air Force) arbeitete als Präzisions-Elektroniker für Fototechnik auf der Langley Air Force Base in Virginia. Mitte 1965 erhielt er den Auftrag bei der Reparatur eines Fotolabors zu helfen, das zur Entwicklung von Fotos der damaligen Mond-Sonde genutzt wurde. Während er in der Dunkelkammer zusammen mit einem Mitarbeiter des Labors wartete, erzählte ihm dieser, dass man auf der Rückseite des Mondes eine "Basis" gefunden habe. Daraufhin holte er Fotos aus dem Archiv des Labors und zeigte sie Karl. Auf den Fotos konnte man ganz klar künstlich geschaffene Strukturen wie Türme und pilzförmige Gebäude erkennen.

Wie kann man das überprüfen?

Schauen wir doch mal nach, was für Sonden 1965 in Frage kommen.

Wikipedia - Chronologie der Mond-Missionen

Es kann sich eigentlich nur um einer der 9 Ranger-Sonden gehandelt haben, die sind aber alle am Ende der Mission auf den Mond abgestürzt, also welchen Film soll es eigentlich gegeben haben, den man in einen Fotolabor entwickeln muss?

Und Ranger hatte - weil die Missionen auf den Mond endeten - deswegen auch keine FILM-Kameras sondern TV-Kameras an Bord. Und was die übertragen, muss man nicht in einen Fotolabor entwickeln.

Bernd Leitenberg beschreibt die Sonden in seinen Blog sehr genau und verständlich:



Dazu dienten 6 Kameras. Die Videocon Sensorgrößen lagen bei allen Kameras bei 25.4 mm Durchmesser. Sie waren mit Antimonsulfid / Antimonsulfoxid als lichtempfindlicher Schicht belegt. Die Kameras wurden von RCA gefertigt.

Die Kameras waren 2 TV Kanälen zugeordnet (TV Kanal F und P). TV Kanal F umfasst zwei Kameras mit einer Brennweite von 25 und 76 mm (Weitwinkelkamera A und Telekamera B). Das Gesichtsfeld betrug bei der A-Kamera 25 Grad und bei der Telekamera 8.4 Grad. Diese Kameras nutzen eine Fläche von 11 x 11 mm auf den Videocons und tasteten diese in 2.5 Sekunden in 1132 Linien ab. Die Bilder wurden nacheinander übertragen, so dass ein Zyklus 2 Bilder umfasste und 5.12 Sekunden dauerte.
Im zweiten Kanal P waren 4 Kameras zugeordnet. Die Brennweiten der Kameras lagen bei 25 mm (25° und 6.3° Gesichtsfeld) und 76 mm (8.4° und 2.1° Gesichtsfeld). Sie tasteten nur eine Fläche von 2.8 x 2.8 mm mit 290 Linien ab, dies jedoch in 0.2 Sekunden. Auch hier wurden die Bilder nacheinander übertragen, so dass ein Zyklus 4 Bilder umfasste und 0.84 Sekunden dauerte.
 
Die Kameras waren in 2 Ketten angeordnet. Jede Kette hatte eine eigene Stromversorgung, einen eigenen Transmitter und Timer. So dass der Ausfall einer Kette nicht die Mission scheitern lies. Die 1200 Wattstunden Batterie war nur für die Fernsehkameras bestimmt. Die 1000 Wattstunden Batterie erlaubte es die wichtigsten Manöver nach dem Start durchzuführen, so dass auch bei Ausfall der Solarpanels die Mission im wesentlichen durchgeführt werden konnte.

Also, was will man in der NASA-Dunkelkammer entwickeln, wenn die Bilder elektronisch übertragen wurden? Auch wenn der angebliche NASA-Mitarbeiter von einer weit früheren Mission berichten sollte, dann muss man wissen, das diese früheren Sonden, die Filmkameras benutzten, diesen an Bord entwickelten und diesen entwickelten Film wie ein Fax-Gerät elektronisch abtasteten und zur Erde funkten.

Es gab 1965 kein Filmmaterial vom Mond bei der NASA, das man in einer Dunkelkammer entwickeln musste.




Dienstag, 27. März 2012

Heute ist es passiert: Echte Chemtrails von der NASA - Update

Nach mehrmaligen Aufschub wegen ungünstigem Wetter ist heute vormittag (deutsche Zeit) das ATREX-Experiment durchgeführt worden, über das ich hier schonmal berichtete. Kurz zusammengefasst wurden 5 Forschungsraketen in sehr kurzen Abständen in den Nachthimmel über den Atlantik geschossen, die eine leuchtende Chemikalie in einen Bereich von 80-140 Kilometern Höhe ausstiessen, um durch deren Beobachtung mehr über die extrem schnellen Höhenwinde am Rande unserer Atmosphäre zu erfahren.

Oder einfach gesagt:

Echte "Chemtrails" von der NASA, wissenschaftlich bestätigt!

Eigentlich eine kleine Sensation, genau das, was sich Organisationen wie die Bürgerinitiative "sauberer Himmel" eigentlich lechzen müssten, aber irgendwie ging das Thema an den Chemtrail-Seiten bis auf wenige Ausnahmen ganz vorbei. Auch die normale Presse berichtete kaum, im deutschsprachigen Raum habe ich bisher gar nichts gefunden. Werner Walters UFO-Meldestelle postete ein paar Videos und war weniger begeistert. Die Videos waren auch eher nichts, dafür aber ein paar Bilder (von echten Chemtrails!!!11!). Muss ich diese Lücke wohl füllen, auch wenn ich wegen der Uhrzeit das ganze nicht durchweg verfolgen konnte.


Start einer der 5 Raketen. Quelle: Nasa via twitter

Das Startfenster heute war nur 3 Stunden groß, ein Teil des Atlantiks musste von der Küstenwache abgesperrt werden (daran scheiterte ein vorheriger Startversuch, da sich im Gebiet noch Fischerboote aufhielten). Paradoxerweise hätte heute der Wind im Bodennähe der Sache fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar sollen diese Raketen der Erforschung eines Windes mit Geschwindigkeiten von bis zu 480 Km/H (300 mph) dienen, am Startort und in den unteren Atmosphärenschichten durfte der Wind 17 mph nicht überschreiten. Erst in den letzten Minuten am Ende des Startfensters liess der Wind nach, Wenn ich richtig gehört habe, waren die Windbedindungen am Ende nicht wirklich auf "green" also in der sicheren Zone, sondern man hat wohl trotz einer leichten Überschreitung der Sicherheitsgrenze von 17 mph den Start auf gut Glück freigegeben - und die Mission ist geglückt. Alle 5 Raketen haben ihre Chemikalien - während des Startes "Chemical Tracer" genannt, an der Grenze unserer Atmosphäre über 80 Kilometern Höhe abgesetzt.

Hier ein Video vom eigentlichen Start, nachdem man vorher stundenlang auf abnehmenden Wind gewartet hat:




Video von der NASA-Mediathek

Im Video sind die "Chemtrails" allerdings nur schwer zu sehen, diese Aktion wurde aber von mehreren Bobachtungsorten an der Ostküste der USA sowie von Schiffen und Radaranlagen beobachtet. Die Wissenschaftler werden aus ihren Aufnahmen Modelle der ausgebrachten Rauchfahnen entwickeln und ihre Computer damit füttern um mehr über diesen Teilbereich der Atmosphäre, der für Flugzeuge und Ballone viel zu hoch, für Satelliten aber gefährlich niedrig ist, zu erfahren. Das wird Zeit brauchen.

Aber viele Amateure sind bis 5 Uhr morgens (Ortzeit EST) wach geblieben um das Ereignis zu fotografieren. Schnell wurden über twitter die ersten Aufnahmen veröffentlicht (sorry an meine Twitter-follower, die vielen ReTweets der letzten Stunden dienten dazu, dass ich mir die Links zu den besten Bildern nach Hause retten konnte).

Das beeindruckenste Bild zuerst, eine GIF-Animation der ausgebrachten Wolken, erstellt von twitter- & Flickruser brownpau, veröffentlicht auf einen Blog mit Link zu noch mehr Einzelbildern.
"To get this photo I waited through to the end of the launch window (12AM-5AM), then went up to the roof in the freezing cold and took multiple 15-second exposures with my point-and-shoot on a Gorillapod. The ones that came out well, I combined into animation frames in Photoshop to save as a GIF."



... und nun ein paar nicht-animierte Bilder:

Ein Bild aus New Jersey Shore von Flickr-User bsnegon9883  - der auch einen Blog ähnlich diesem hier hat :-D


Der professionelle Photograph Jack Fusco hat ein wirklich sehr schönes und in Farben strahlendes Bild von New York Seaside-Park gemacht, verbietet aber den Download (und wohl auch die Weiterverwertung), deswegen folgt bitte diesen Link - es lohnt sich!

Amateurastronomen waren natürlich auch vertreten, hier zwei sehr schöne Bilder von Jerry Lodriguss, im Hintergrund sieht man nicht nur Sterne sondern auch unsere Milchstrasse.





Das Offiziell von der NASA Wallops via Twitter verteilte Bild ist auch sehr eindrucksvoll, vor allen wegen der passenden Perspektive. Inzwischen hat die NASA einige ihrer eigenen Photografien in einer Flikr-Galerie veröffentlicht


Und hier ein Zeitraffer-Video:




So sehen also "echte Chemtrails" aus

Man kann die Höhenunterschiede nicht erkennen, denn die Raketen hatten noch ordentlich Geschwindigkeit drauf und kontinuierlich beim Aufstieg den "Chemical Tracer" ausgestossen. die oft zu findende V-Förmige Anordnung der Streifen lässt darauf schliessen, dass dieser extreme Wind nur in einer Schicht stattfindet. Dort wo die Raketen mit den Ausbringen begonnen haben, war er nicht so stark, in der Mitte stärker und am Ende wieder schwächer. So entsteht vermutlich diese V-Form der einzelnen Streifen.

Die sehen richtig nahe aus, aber nicht vergessen, die Chemikalien wurden in 80 KM Höhe und darüber hinaus ausgebracht. Das ist also mindestens so hoch wie Köln und Dortmund voneinander entfernt sind.

Und nur zur Erinnerung, die verwendete Chemikalie TMA ist zwar im Labor und "in den Händen" wirklich sehr gefährlich, weil sie beim Kontakt mit Sauerstoff und Wasser explosionsartig verbrennt, aber genau für solche Experimente ist das ideal, denn Sauerstoff und Wasser gibt es - wenn auch in geringerer Dichte als bei uns in Bodennähe - da oben genug. So entstehen diese Leuchteeffekte und das TMA wird in seine Grundbestandteile von der Atmosphäre zersetzt. Von der Chemikalie kann gar nichts bei uns hier unten ankommen.

Übrigens hat sich die Chemtrail-Bürgerinitiative, die morgen Kachelmann mal wieder einen Prozesstermin beschert hat, gestern sich auch einen schönen, sehr unphysikalischen Kracher geleistet. Aber bitte Getränke in sichere Entfernung bringen, bevor man die Diskussion dort verfolgt!

PS: Noch treffender hat die Physik-Schlappe der Chemtrail-Bürgerinitiative der Kollege Niederrheiner verarbeitet.

----------------- Weitere Artikel zum Thema ---------------------

Chemtrails und Weltall:
 Es wird bald echte Chemtrails von der NASA geben
Chemtrails im Weltall - geheime Shuttle-Experimente?

Chemtrails allgemein:
Aus der Luft gegriffen: "Chemtrails"
Kachelmann kontra Chemtrail-Bürgerinitiative - ein interessantes Video
Was die Bürgerinitiative "Sauberer Himmel" in letzter Zeit in Sachen "Chemtrails" so von sich gibt... 
Ein paar Anmerkungen zu Meldungen der Bürgerinitiative "Sauberer Himmel" 
YouTube-Video "ChemTrail Sprayer - The Ultimate Proof!" entlarvt
Chemtrails DEBUNKED: "They didn't look like that when I was a kid"
Debunking with Respect! Chemtrails - Künstliches Wetter im schatten der Nacht - Artificial weather in the shadow of the night 
Was der Kopp-Verlag zum Thema Chemtrails nicht versteht: Trailer zu "Klartext 02/2012 - Was die Massenmedien ihnen verschweigen"


Chemtrail-Satire:
Chemtrails - geheime Riesendrohne entdeckt
Bundeswehr verwendet Orgon-Cloudbuster mit Reich-Technologie in Kampfjets gegen HAARP-Wolken und Chemtrails

Mittwoch, 21. März 2012

Falsche Farben und Paintbrush-Pinselstrich. Fälscht die NASA Bilder?

Das die NASA alle Bilder fälscht und retuschiert ist ein weit verbreiteter Mythos, die letzten Tage hat man mich in den Kommentaren mit vermeidlichen Beweisen (natürlich in YouTube-Videos) überschüttet. Dabei zeigt sich, das es an grundlegenden Verstandiss fehlt, wie Wissenschaft funktioniert und was mit Bildern von der NASA (und anderen Raumfahrtorganisationen) gemacht wird. Die Geologin Emily Lakdawalla von der Planetary Society, einer Organisation die von Carl Sagan gegründet wurde und sich für Raumfahrt und der Suche nach ausserirdischen Leben einsetzt, erklärt in knappen 5 Minuten die grundsätzlichen Missverständnisse.


Erste Überraschung: Die Bilder werden gar nicht für uns gemacht! Sie werden für die Wissenschaftler gemacht, und die beeidruckensten davon werden an die Presse weitergegeben. Wissenschaftler wollen in erster Linie keine schönen Bilder haben, sondern Bilder auf denen sie möglichst viel entdecken können. Deswegen werden in der Raumfahrt auch sehr viele Bilder in Falschfarben gemacht, aber dazu kommen wir noch.

Zweite Überraschung (für jüngere Leute):  Bei alten Aufnahmen wurden keine Computer zur Bildbearbeitung benutzt, sondern Schere und Klebstoff. So leistungsfähige Computer gab es damals noch nicht, man hat mehrere Einzelaufnahmen zu einem Mosaik zusammengeschnitten, Emely Lakdawalla wählt als Beispiel dafür ein Bild des Merkurs von Mariner 10 dessen Einzelbilder man hier finden kann. (Von wegen, die NASA verheimlicht alles)


Ein noch deutlicheres Beispiel als das im Video. Mosaik von Mariner-10-Aufnahmen. Quelle: NASA-NSSDC

Dieses Bild wurde 1979 veröffentlicht, zu Zeiten, als ein Apple-Computer noch so und Computergrafiken noch so aussahen. Und die bei den Youtube-Filmern beliebten Bilder von Mars und Mond sind meistens noch älter. Wenn man aus solchen Bildern einen Ausschnitt nimmt und vergrößert und mit heutigen Bildbearbeitungsprogrammen auch noch versucht, da "versteckte Details" herauszukitzeln, dann finden sich an den Schnittstellen natürlich immer etwas, woraus man Gebäude oder Raumschiffe machen kann. Ein Beispiel habe ich hier schonmal erklärt.

Dritte Überraschung: Viele Bilder werden einfach so gemacht, z.B. um eine Kurskorrektur zu kontrollieren. Da ist das Beispiel der Sonde Cassini gut gewählt, denn sie kreist um Saturn und photographiert dort diesen Gasriesen, seinen Ring und seine zahlreichen Monde. Nun ist Saturn aber so weit weg, das ein per Funk übertragener Befehl über 70 Minuten braucht und die Rückantwort der Sonde ebenfalls.

Man kann sie nicht fernsteuern wie ein funkgesteuertes Modellauto, man kann nicht wie bei einer normalen Kamera am Bildschirm schauen "oh, es ist zu dunkel, verändern wir mal die Helligkeit, damit das Bild gut wird". Man kann ihr nur im voraus befehlen "mach von heute 18 Uhr bis morgen 2 Uhr die Bilder mit dieser Helligkeit und dieser Belichtungszeit". Die Sonde macht dann ihre Bilder selbst ohne das man sie beinflussen kann. Dementsprechend sind viele ihrer Bilder misslungen, zu hell, zu dunkel und manchmal macht sie sogar Bilder, während sie sich in eine andere Richtung dreht.

Und manchmal müssen die Leute im Kontrollzentrum die exakte Lage kontrollieren, dann geben sie der Sonde den Befehl, die nächsten Bilder etwas heller zu machen damit man anhand der Sterne die Position kontrollieren, was erstmal dauert bis sie diesen Befehl enthält, dann macht sie ne weile diese absichtlich überhellen Bilder, bis das gewünschte Bild auf der erde angekommen ist, dauert es wieder eine weile. währenddessen die Sonde vielleicht einen Mond in den Blickfeld bekommt, den  sie dann viel zu hell aufnimmt etc.

Dementsprechend kann man in der Übersicht der sog. RAW-Bilder mehr misslungene als gelunge Bilder finden. In den Video "Ringmakers of Saturn" wird sich genau auf diese misslungene Bilder gestürzt. Das Zylinderraumschiff dort ist z.B. nur ein Mond, der aufgenommen wurde als die Sonde sich bewegte und dementsprechend wurde aus den Mond ein Zylinder.

Hier ein Beispiel für so ein "misslungenes" Bild. Die Sonde wollte den Mond Tethys aufnehmen, im Hintergrund überstrahlt der Saturn das Bild aber gnadenlos:

Screenshot aus der Cassini-Raw-Image-Datenbank


Merkt Ihr´s? Die NASA sagt sogar, wann das "gefälschte/retuschierte" Bild kommen wird! :-D




... das bringt mich wieder zurück auf Emely Lakdawalla, denn die ist auf Youtube von jemanden doch tatsächlich beim wegretuchieren von Schiffen oder Städten "erwischt" worden. Bei ihrer Erklärung dazu lernt man sehr viel über die Probleme im Umgang mit diesen Bildern - unbedingt ansehen!




... es ist so einfach zu verstehen, wenn man es nur weiss.

Die Sonde bewegt sich, der Saturn dreht sich und der Mond bewegt sich. Wie man oben am RAW-Beispiel sieht, sind alle Bilder eigentlich schwarz-weiss. Und unter den Bild steht auch, das die Filter CL1 und CL2 verwendet wurden, das sind Farbfilter, die vor der Linse in einer Scheibe angeordnet sind. Welcher Filter welcher Farbe entspricht, kann man in der FAQ zu den Raw-bildern nachlesen. Und da sehen wir, das CL steht für "clear", also gar kein Filter. Dieses Bild nimmt also alle Wellenlängenbereiche auf, die die Kamera verkraften kann.

Um ein Farbbild  in "natürlichen Farben" zu erhalten, muss man erstmal ein Bild mit den roten Filter, dann eins mit den blauen und eins mit den grünen aufnehmen. aber Wissenschaftler sind ja eigentlich gar nicht an schönen Bildern interessiert, sondern an neuen Entdeckungen, deshalb gibt es auch Filter für Farben, die wir Menschen gar nicht sehen können, mit denen man aber bestimmte Stoffe voneinander unterscheiden kann. die verwenden Wissenschaftler viel lieber und deswegen sind die meisten Bilder in der Raumfahrt Falschfarbenbilder.

In den Video von Emely Lakdawalla wird auch die Zusammenstellung einer Farbaufnahme eines Marsrovers gezeigt. Da ist ein kleines aber wichtiges Detail zu sehen:

(Screenshot aus obigen Video)

Das ist ein "Farbkallibrierungs-Ziel" (Calibration Target) das an den Rover angebracht wurde und immer wieder mal versehentlich oder absichtlich von den Kameras des Rovers mitphotgraphiert wird. an den Ecken sieht man farbige Plätchen mit Mischfarben, an deren Darstellung man erkennt, welcher Filter vor der Linse gerade benutzt wurde.

 Übersicht, wie sich durch das Calibration-Target die verwendeten Filter identifizieren lassen - aus den PDF "Color Calibration of Spirit and Opportunity Rover Images" by Ron L. Levin

Die Marsrover Spirit & Opportunity haben jeweils eine Stereo-Kamera, also eigentlich zwei Kameras. Und vor jeder dieser beiden Einzelkameras können durch 8 verschiedene Filter Bilder gemacht werden. Weil die Wissenschaftler so scharf auf möglichst differizierte Daten sind, sind auf diesen beiden Kameras größtenteils auch unterschiedliche Filter montiert, so ergeben sich aus der Kombination bis zu 13 "Grundfarben", in denen diese Rover "sehen" können. Wir Menschen können nur in 3 Farben sehen. Das macht man, um Gesteinsarten besser voneinander unterscheiden zu können.


Und das machte man auch schon bei der ersten gelandete Marssonde Viking 1 so. Das mit den Falschfarbenbildern ignorieren solche Leute wie Richard Hoagland und behaupten stattdessen, der Mars sei voller blauer Ozeane und grünen Wäldern.
 
Deswegen ist es bei Bildern von Raumsonden sehr wichtig, immer darauf zu achten, mit welchen Filtern die Aufnahmen gemacht wurden. Und seriöse Quellen werden diese Informationen immer angeben oder zumindest auf die Quelle verlinken, wo diese Informationen zu finden sind.

Samstag, 17. März 2012

Es wird bald echte Chemtrails von der NASA geben

Was für eine sensationelle Nachricht.

Es wird morgen echte "Chemtrails" geben!
Qualitäts-Chemtrails von der NASA

(das hättet Ihr wohl nicht gedacht, das ich sowas mal schreibe oder? :-)

Es handelt sich dabei um ein Experiment namens Anomalous Transport Rocket Experiment (ATREX) mit den man bisher kaum erforschte Höhenwinde erforschen will. Und diese Winde sind wirklich hoch - in ca. 85 bis 150 Kilometer Höhe - und sehr aussergewöhnlich! Sie wehen an der "offiziellen" Grenze zum Weltraum, der sog. Kármán-Linie und erreichen Geschwindigkeiten von 320-480 Km/h (200-300 mph). Man will 5 Raketen nachts zeitversetzt in diese Höhe schicken, die dann eine Chemikalie freisetzen, die beim Kontakt mit Sauerstoff leuchtend verglüht. Die dadurch erzeugten Leuchtstreifen werden vom Boden von mehreren Orten aus gefilmt, um an deren Ausbreitung mehr über diese Winde zu erfahren.

Erstmal sollten wir uns über die Höhenverhältnisse im klaren werden.

Gerade die Anhänger der eigentlichen Chemtrail-Hypothese (Flugzeuge sprühen heimlich irgendetwas) zeigen meist ein erschreckendes Unwissen über die Atmosphäre und ihren Aufbau. Sie können Höhenangaben einfach nicht einordnen. Damit uns nicht derselbe Fehler passiert, schauen wir uns mal die bekanntesten "Dinge" im Himmel anhand dieser massstabgerechten Grafik an.

(Ich hab sie etwas verkleinert, damit Euere Scrollräder geschont werden)

mit aktuellen bzw. bekannten Objekten ergänzte Grafik, Original von der NASA

Ich fasse mal das oben gezeigte kurz zusammen:

Wie man sieht, habe ich die leeren Flächen mit etwas bekannteren Beispielen gefüllt. Das Atrex-Experiment wird in 80-150 Kilometern Höhe stattfinden. Das ist etwas tiefer als die Höhe bei der um die Erde kreisende Satelliten von der Atmosphäre gebremst werden und deswegen herunterfallen. Dieses Experiment ist also dem Weltraum näher als dem Boden. Und erst ab dieser Höhe zeigt Haarp überhaupt erst eine Wirkung (wenn es aktiv ist), denn dieser Teil der Atmosphäre wird wegen der dort anzutreffenden Ionen auch Ionosphäre genannt. Leider gibts mehr als genug Leute, die glauben, dass die niedrigen Wolken über ihren Dorf von Haarp gesteuert werden. Weit gefehlt, bis zu den normalen Wolken des Wetters sind noch 70 KM Platz, und die Strecke zwischen Dorf und Haarp in Alaska kommt auch noch hinzu. Weiter wird von Chemtrail-Gläubigen auch gerne eine Sendung mit Professor Heinz Haber über Wettermanipulation erwähnt, doch sagt Haber ausdrücklich, das man die Partikel zur Reflexion des Sonnenlichtes in eine Höhe von mind 50 Kilometer ausbringen müsse, diese Höhe sei (für das Gelingen) kritisch. 50 - Kilometer, da befinden wir uns quasi in der "Mitte" zwischen Boden und Weltraum. Nun das nächste Beispiel: Das Video von den Lego-Raumschiff an einem Wetterballon - dieser Ballon erreichte nach den Angaben des Machers eine Höhe von 37 Kilometer, das ist durchaus realistisch - und das Video sah doch schon so aus, als wenn es "im Weltraum" gewesen wäre. Die nächste Etappe: Vorgestern sprang Felix Baumgartner aus einer Höhe von fast 22 Kilometern aus einer an einem Ballon hängenden Kapsel, das war ein Testsprung zur Vorbereitung auf seinen Weltrekordversuch, den er aus einer Höhe von 37 Kilometern machen will um als erster Mensch ohne Flugzeug oder Rakete die Schallmauer zu durchbrechen. In etwa dieser Höhe bei  20-25 Kilometer können Kampfjets maximal fliegen. Diese Höhe ist auch deswegen interessant, weil die Chemtrail-Anhänger gerne auf Studien über das "Ausbringen von Aerosolen in der Stratosphäre" verweisen, in denen aber eigentlich diese Höhe (meistens werden 25-30 KM Höhe angegeben) gemeint ist. So hoch fliegt aber kein normales Verkehrsflugzeug, die Reisehöhe der Verkehrsflugzeuge ist zwischen 9 und 11 Kilometern, technisch könnten sie max. 14 KM Höhe erreichen.

Und schliesslich: das uns allen am naheliegenste Beispiel: In der Höhe von 1-10 Kilometern spielt sich größtenteils unser alltägliches Wetter ab.

Zurück zum ATREX-Experiment
Chemtrails made by NASA:


Wenn das Wetter es erlaubt (Der Starttermin wurde inzw. zweimal verschoben, ich schreibe diesen Artikel weil es eigentlich heute geschehen sollte), werden morgen Nacht von den Wallops-Islands (Virginia) fünf Höhenforschungsraketen des Typs Black Brent in kurzen Abständen gestartet werden, um über den Atlantik ab den Höhen zwischen 80 bis 150 Kilometern an geplanten Orten Trimethylaluminium (TMA) - auszusetzen. (Ja, liebe "Chemmies", das ist eine Form von Aluminium - aber lest bitte weiter, bevor Ihr in Begeisterung verfallt)

Auf dieser Karte sind die geplanten Orte zum Auslassen der Chemikalie und die Beobachtungspunkte eingezeichnet:

 (Quelle: NASA)


Wer sich also zufällig an der Ostküste der USA befindet, sollte sich das nicht entgehen lassen, das wird eine beeindruckende Ligth-Show geben. Aber viel wichtiger ist, das man durch dieses Experiment einer der rätselhaftesten Schichten unserer Atmosphäre besser verstehen wird.

Bei den Abstürzen des Satelliten RoSat und der Marssonde Phobus-Grunt fragten viele "Warum kann man das mit der heutigen Technik nicht genauer vorhersagen?". Das hat viele Gründe, und als zufällig am Heiligabend eine Sojus-Endstufe über Mitteleuropa verglühte, waren diese Fragen besonders laut. Der niederländische Amateur-Astronom Marco Langbroek erklärte es imho am besten, der Weltraumjournalist Daniel Fischer schwitze Wasser und Blut in seiner Live-Verfolgung (Danke dafür nachträglich) und auch ich schwitzte etwas in diversen Foren.

Man spührt die vorhandene Wissenslücke, wenn man sich mit diesen Bereich der Atmosphäre beschäftigt.Wie soll man einen Wiedereintritt eines Satelliten vorhersagen können, wenn schon am Anfang des Wiedereintritts solche kilometerbreiten, aber unerforschten Schichten mit extremen Winden Einfluss nehmen? (von anderen Problemen - Stichwort "Klima" ganz abgesehen, aber das würde hier zu weit führen)

Einfach gesagt. Wir wissen zuwenig über diese Winde in den höchsten Schichten der Atmosphäre. Dieses Experiment wird uns mehr Wissen über diese Grenzschicht zwischen Weltraum und Himmel bringen.

Die Nasa veröffentlicht dazu auch noch dieses Video:



Aber Trimethylaluminium - ist das nicht wahnsinnig gefährliches Zeug?

Ja, diese Chemikalie ist im Labor extrem riskant, so schreibt z.B. die deutsche Wikipedia: "Die Flüssigkeit geht an der Luft spontan in Flammen auf und reagiert explosionsartig mit Wasser" (die englische Version ist ausführlicher). Im Labor möchte man natürlich vermeiden, dass es heftig knallt und brennt, wenn schon nur etwas Luft an diese Chemikalie kommt...

Aber wenn man Bilder aus kilometerweiter - also sicherer - Entfernung machen will, ist genau das ideal. Das Zeug lösst sich spektakulär selbst in seine Grundbestandteile auf, wenn es mit Teilen der Atmosphäre (Wasser oder Sauerstoff) in Kontakt kommt. Und die Grundbestandteile, in die es sich in mind. 80 Kilometern Höhe auflöst  sind: Aluminiumoxid (hat ganz andere Eigenschaften als Aluminium, liebe Chemmies), Wasserdampf und Kohlendioxyd. Das Zeug pusten wir alle direkt oder indirekt jeden Tag in die unteren Luftschichten, die uns wesentlich näher sind - und atmen es ein!

Und jetzt mal ganz ehrlich...

Wo dieses Experiment stattfindet, das ist die Höhe, in der Meteore, Satelliten und Raketenstufen verglühen. Wer jetzt "Skandal" schreit, sollte überlegen, wieviel Raktenstarts die letzen Jahre, Monate, Wochen gemeldet wurden... Von jeder Rakete fallen ca. 95% wieder auf die Erde zurück. Und die Raketen bestehen nicht aus biologisch-abbaubaren Bio-Rohstoffen. Es kommt wesentlich mehr von da oben herunter, als man aus den Medien (egal ob alternativ oder Mainstream) erfährt, siehe diese Liste oder diese Grafik. Warum wird das nicht tagtäglich in den Nachrichten gemeldet? Weil das meiste in der Atmosphäre verglüht oder durch sie neutraliert - also in ungefährlichere Bestandteile zersetzt wird. Und was auf natürlichem Wege über Meteoriten und Staub täglich herunterkommt, ist gar nicht mitgezählt.


Jeden Tag fallen geschätzte 40 tonnen Meteroitenstaub inform von  Mikrometeoriten auf die Erde herab - ohne das wir deren Zusammensetzung kennen. Die Atmosphäre schütz uns sehr effektiv von allen möglichen Kometenstaub, Mikro-Meteoriten etc.

In unserer Kultur gilt es ja sogar als ein Zeichen von Glück, wenn man sowas als Sternschnuppe herunterkommen sieht.

Kaum jemand weiss z.B,  das die Ausdünstungen  von Kometen zu einem Grossteill aus Cyanwasserstoff (aka Blausäure) bestehen - das ist ein chemisch sehr einfaches Molekül und deswegen im Weltraum gar nicht mal so selten. Solches Zeug regnet andauernd vom Weltraum auf uns herab. Die gefährlichen Moleküle überleben aber glücklicherweise die chemischen und physikalischen Vorgänge in unserer  fast hundert kilometer dicken Atmosphäre nicht....

Mal ganz einfach gefragt:

Wenn es in einer Chemie-Fabrik 100 Kilometer entfernt ein Unfall gibt - sowas kommt ja durchaus mal vor -  machst Du dann die Fenster und Türen zu und gehst nicht mehr raus? Dieses Experiment wird in 80-90 KM Höhe über den Atlantik an der US-Ostküste stattfinden also praktisch am anderen Ende der Welt.


Dieses Experiment wird unser Planet ziemlich locker verschmerzen können, zumal es nicht das erste mal ist, das man sowas macht.  Und wer sich gerade an der Ostküste der USA befindet, der bekommt garantiert eine tolles Feuerwerk zu sehen. Achja, in Feuerwerkskörern steckt ja auch oft die andere "Chemtrail-Chemiekalie" namens Barium drin.

Also ich drücke die Daumen, dass das Wetter gut genug ist. Es soll sich ja auch lohnen, denn je besser das Wetter und je besser die erforschten Daten, desto mehr lernen wir über die Winde in dieser ziemlich unbekanten Schicht der Atmosphäre.


______ Update _______

Inzwischen ist das experiment durchgeführt worden, nachdem es mehrmals wegen schlechter Witterungsbedingungen und einmal wegen Fischerbooten in der Sperrzone verschoben werden musste. Diverse Chemtrail- und Haarp-Gläubige vertreten ja die Meinung, das Wetter werde bereits jetzt kontrolliert und es fände sogar ein geheimer "Wetter-Krieg" statt. Tja, dann verstehe ich aber nicht, dass sie den Start für dieses Experiment wegen den ungünstigen Wetterbedingungen so oft verschieben mussten.

Aktuelles vom Atrex-Experiment gibt es hier:
http://galaktische-bloederation.blogspot.com/2012/03/heute-ist-es-passiert-echte-chemtrails.html
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