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Mittwoch, 4. April 2012

Grail: Mondforschung für die Schule - leider "nicht befriedigend"


Die NASA verbindet mit der GRAIL-Mission Grundlagenforschung mit Öffentlichkeitsarbeit an den amerikanischen Schulen. Die beiden Grail-Sonden umkreisen den Mond und messen dabei durchgehend ihre Entfernung untereinander sowie die Entfernung zur Erde. Dadurch kann man Gravitations-Anomalien des Mondes sehr exakt entdecken, weil sich durch eine solche Anomalie die Position einer der beiden Satelliten minimal verändert.  Und insgesamt kann man so Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Mondes - auch unterhalb der Oberfläche - ziehen.

 Künstlerische Darstellung der beiden Grail-Sonden. Quelle: NASA/JPL-Caltech/MIT

Nebenbei haben beide Sonden jeweils vier Kameras, die den Mond aufnehmen. Diese Kameras werden MoonKAM (Moon Knowledge Acquired by Middle school students) genannt und der Name sagt schon, für was sie benutzt werden sollen - Mittelstufenschülern Wissen über den Mond zu vermitteln.

Das klingt schon mal sehr toll und lobenswert. Schulklassen dürfen einen Bereich des Mondes auswählen und die MoonKams der Grail-Sonden liefern die Bilder für den Unterricht in einer Galerie. So war ich schon sehr gespannt, wie die ersten Bilder denn aussehen, denn von den Kameras selbst ist auf den NASA-Seiten und sogar auf der extra eingerichteten Projektseite kaum eine "harte" Information zu den verwendeten Kameras zu finden. Das ist seltsam, denn normalerweise will der Hersteller ja mit der Leistungsfähigkeit seiner Gerätschaften angeben und die Wissenschaftler brauchen die Spezifikationen um die erhaltenen Daten bewerten zu können.


Nun sind die ersten Bilder da, und - ehrlich gesagt - ich finde sie etwas enttäuschend.

 Eins der besseren Bilder von Grail, um 90° gedreht, damit es hier im Blog nicht (wie sonst meistens) verkleinert sondern in Originalgrösse (!) dargestellt wird. Quelle: Grail Moonkam Homepage, Bild #9568

Warum ich so enttäuscht bin, das werde ich noch schreiben. Jetzt schreibe ich erstmal was zu den verwendeten Kameras. Denn wenn man nichts offizielles über die Kameras erfahren konnte, so sprechen die Bilder eine deutliche Sprache. Es handelt sich offenbar um VIDEO-Kameras im amerikanischem NTSC-Format. Das ergibt sich aus dem Format der Bilder: 720 Pixel breit und 480 Pixel hoch und auf Nachfragen bei der NASA hat man mir das inzw. auch bestätigt, dass es sich um NTSC-Bilder handelt.

Video-Kameras für Einzelbilder?

In den Pioniertagen (siehe hier) war es noch verständlich, denn nur Videokameras lieferten ein elektronisches Bild, das man per Funk versenden konnte. Aber heute? Niemand auf der Erde würde auf die Idee kommen, Portraitfotos mit einer Video-Überwachungskamera zu machen. Jeder, der eine halbwegs bessere Digitalkamera hat, kennt das. Im Foto-Modus macht die Kamera - unterstützt durch Automatik-Programme und Filter - tolle Bilder. Im Video-Modus  wird´s im Vergleich dazu matschig und wenn sich viel bewegt, schlägt die Videokompression erbarmungslos zu. Solche Effekte wie "Interlace" (aka Zeilensprungverfahren) in Videos, die auf die Bedürfnisse uralter Röhrenfernseher zurückzuführen sind und in heutigen Videostandards noch existieren, sorgen für horizontale Streifen bei schnellen Bewegungen. Diese uralten "Notkrücken" aus Röhrenfernsehtagen werden in den gültigen Standards heute noch als Grundlage mitgenommen, obwohl die Technik schon längst darüber hinaus ist.

Nun wo es klar ist, dass es sich wohl um Videokameras handelt, galt es herauszufinden, was diese können und was nicht. Der Hersteller "Ecliptic Enterprises" stellt vor allem so genannte "RocketCams" her, das sind Videokameras die man an Raketen und den Shuttle (und auch an Flugzeugen oder Waffensystemen) anbringt, um Bilder vom Start zu übertragen und zu sehen, ob sich die Booster ordentlich abtrennen, ob die Stufentrennung klappt und die Steuerdüsen funktionieren. Da macht es auch Sinn, Videokameras zu verwenden, denn man will ja "live" sehen, was mit der Rakete gerade passiert und diese Bilder sind für den Zuschauer einer Übertragung natürlich die optischen Highligths.

Typische Anwendung einer "Rocketcam" - Live-Übertragung der Manöver während eines Raketenstartes: Video des Herstellers Eclipse-Enterprises auf YouTube


 Die "Rocketcam" und wie sie in Raketen verbaut wird - Werbebilder des Herstellers Eclipse Enterprises


 Die Vier Kameras einer Grail-Sonde. Im Hintergrund ist das Videoübertragungssystem Quelle: NASA

Tatsächlich, die "Rocketcams" sehen genauso aus wie die Kameras, die in Grail verarbeitet wurden.


Im Datenblatt (PDF 110 KB) zu diesen Rocketcams steht nun aber, das diese Kameras auch das europäische Videosystem PAL beherrschen. PAL bietet gegenüber NTSC ein paar (zugegeben geringe) aber entschiedende Vorteile. Erstens ist die Auflösung in der Höhe größer, PAL arbeitet mit einer Auflösung von 720x576 Pixel. Das wären schonmal 20% mehr Pixel. Immerhin. Und ein weiterer Vorteil, der nur Leuten auffällt, die sich mit Videobearbeitung auseinander gesetzt haben: Das NTSC-Format 720x480 für ein normales Bild im 4:3-Format erzeugt Einzelbilder, deren Seitenverhältnis nicht stimmt, denn bei der NTSC-Auflösung ergibt sich ein Verhältnis 3:2, wenn man von quadratischen Pixeln ausgeht.

Zum Vergleich - was habe ich denn an alten 4:3-Bildmaterial gerade greifbar auf der Platte? Hier ein Bild einer alten "Joachim Bublath"-Folge, ausgestrahlt in 4:3-Format:




 Man sieht deutlich, im NTSC-Format wird der Moderator plötzlich dicker, und das runde ZDF-Logo wird auch gequetscht. Aus den bisherigen Grail-Bilder habe ich nun welche ausgesucht, welche einer der beiden Kameras in Nadir-Ausrichtung, also der direkten "Draufsicht" von einen möglichst grossen runden Krater zeigt, ein Beispiel:



Auch wenn es nicht so sehr auffällt, aber ich habe ca. ein halbes Dutzend grosser, runder Krater überprüft. Alle sind breiter als hoch.

Videobilder im Interlaced-Format. Das ungeeignetste, was man nehmen konnte.

Schlimmer noch, vorhin erwähnte ich doch, das die GRAIL-Kameras noch Bilder in Interlaced-Format übertragen. Das ist - wie schon gesagt - ein uraltes Verfahren für die allerersten Röhrenfernseher. Wie sich das auf Videoübertragungen heute auswirkt, sieht jeder, der  via DVB-T (geringere Bandbreite als Satellit- oder Kabelfernsehen) z.B. mal bei einen Fussballspiel mit schnellen Schwenks auf den Hintergrund gesehen hat.

Das die Bilder im Interlaced-Modus übertragen wurden, sieht man bei Kontrastreichen Bereichen der Grail-Bilder überdeutlich:

4-fache Vergrösserung (Sonst nichts verändert!) eines Ausschnites von Bild #51 (Emily Dickinson Elementary School) BMP-Format

Diese horizontalen Muster entstehen dadurch, dass durch die Bewegung der Sonde und den interlace-Übertragungsformat zuerst die einen Zeilen der des Bildes übertragen werden - die Sonde bewegt sich etwas weiter und manche Helligkeitsbereiche varrieren leicht - und dann werden die übriggeblieben Zeilen übertragen.

 Ein Bild sagt mehr als lange Sätze: 
So funktioniert "interlaced" 
Quelle: Wikipedia

Laut Datenblatt können die Kameras nur in Interlaced-Mode Bilder übertragen, da hat man also schon mal den falschen Kameratyp gewählt. Ich habe bei der NASA nachgefragt und vorgeschlagen, doch nachträglich wenigstens auf das PAL-Format umzuschalten, aber das sei jetzt nicht mehr möglich. Schade, zeigt aber auch wie "nebensächlich" dieses Schulprojekt bei der NASA behandelt wurde. Normalerweise ist es bei der Raumfahrt üblich, auch im Betrieb Software und Einstellungen nachträglich ändern zu können, z.B. weil ein System ausfällt. Offenbar hat man es versäumt, bei den Kamerasystemen ein nachträgliches Update oder Ändern der Parameter zuzulassen. Oder - was ich für wahrscheinlicher halte - man hat niemals sowas in Erwägung gezogen, "Die Firma liefert uns ein fertiges, geschlossenes System, das wir bei Raketenstarts seit Jahren erfolgreich verwenden. Es wird schon alles stimmen..."

Bei der NASA hat man einfach die gelieferten Kameras genommen, getestet ob sie funktionieren und mit den - für Amerika üblichen Standardeinstellungen (NTSC interlaced)  - kompatibel zum ältesten Röhrenfernseher aber für wissenschaftliche Auswertung schlichtweg unbrauchbar - in die Sonden verbaut. Auf meine Nachfrage wurde übrigens auch gesagt, dass man nach der Mission in einer Post-Production die Bildfehler beseitigen und das Seitenverhältnis korrigieren will. Das hätte man sich sparen können, wenn man die Kameras mit vernünftigen Parametern programmiert hätte oder besser noch, gleich vernünftige Kameras eingebaut hätte. Denn überhaupt. Videokameras statt ordentlicher Einzelbildkameras einzubauen und danach von den Videoaufzeichnungen einzelne Standbilder zu übertragen, ist schon eine grundlegende Fehlentscheidung.

Man wird sich bei der NASA wohl gedacht haben "Für die Schüler wird´s schon reichen". Oder noch schlimmer: Man wusste ganz genau, für die Wissenschaft sind diese Kameras unbrauchbar, also "schenken" wir sie den Schülern.

Alles was ich also in vorhergehenden Beiträgen geschrieben habe (In der Raumfahrt werden Schwarzweiss-Kameras mit Farbfiltern davor benutzt, immer auf den verwendeten Farbfilter achten etc) trifft auf die Videokameras von Grail nicht zu. Sie sind wirklich nur "Beiwerk", bei dem die NASA wohl sehr beiläufig bis lieblos gehandelt hat.

Als Heranwachsender war ich immer enttäuscht, wenn man mir "Wissenschaft" vermitteln wollte und es nur Spielzeug statt Brauchbaren gab - z.B. ein "Spielzeugmikroskop", das zwar wie ein echtes Mikroskop aussah, aber keine vernünftigen Bilder erzeugte und dessen Plastiklinsen schon beim Anschauen Kratzer bekamen. Danach hatte ich keinen Bock mehr auf Mikroskopie. So vergrämt man Kindern eher das Streben nach Wissen und Forschen.

Was ist mit Alien-Basen auf den Mond? 
Oder abgestürzten Raumschiffen auf den Mond?

Insgeheim hoffte ich bei evtl. aufkommenden "Alien-Basis-auf-den-Mond"-Diskussionen auf die Bilder von Grail verweisen zu können. Dann hätte ich denjenigen nämlich gesagt:

"Sag, Du seist der Klassensprecher der Schulklasse 8b. Du seist so unendlich traurig, dass das MoonkamProjekt eigentlich nur für USA-Schulen gedacht ist, aber bitte, bitte, liebe NASA, ihr macht in Physik gerade den Mond durch und sende der NASA die Koordinaten. Das schreibst Du am besten einfach auf deutsch direkt an Jesco von Puttkamer und dann machen die für Dich nochmal eine neue, exklusive Aufnahme"

:-D

Das hätte ganz bestimmt geklappt, denn die Bilder werden so oder so gemacht, ganz egal ob sich eine Schulklasse meldet oder nicht. Denn die NASA wird ganz bestimmt nicht für eine Schulklasse die Sonden auf einen anderen Kurs umlenken. Man sammelt dort die Daten, denn Grail soll ja den gesamten Mond auf Gravitationsanomalien erforschen.  Und wenn die Bilder von Grail da sind, dann wird man sie in einer Galerie präsentieren.

Aber mit den Bildern in dieser miesen Qualität wird das nichts mit meiner Zweckentfremdung für die "Alien-Moon-Base"-Fans. Das sieht dank Zeilensprungverfahren (aka interlaced) ja so aus, als wenn die Aliens ein mondumspannendes, dichtes Schienennetz verlegt hätten. Und die anderen Artefakte, die man in den Bildern findet. Ohjeohje. Grail könnte einer der Lieblingsmissionen für UFO-Freaks werden.

Immerhin lernen die Kinder aber vielleicht so etwas über Artefakte, diesmal nicht durch Kompression, sondern durch falsch eingesetzte Videotechnik.

Donnerstag, 29. März 2012

Flaschenpost an Ausserirdische.de: Die NASA-Dunkelkammer des Herrn Wolf

Das ist kein Blogeintrag, sondern eine Flaschenpost an die Teilnehmer des Forums  Ausserirdische.de von einer Diskussion dort erhalte ich zahlreiche Zugriffe, sodass ich sie beiläufig verfolge. Momentan geht es um ein Statement im Rahmen der ellenlangen Disclosure-Pressekonferenz. Genauer geht es um die Aussage von Sergant Karl Wolf, der behauptet, bei Reparaturarbeiten in einen Photolabor der NASA gehört zu haben, wie jemand zugibt, dass man Basen auf der Rückseite des Mondes gefunden hätte und diese vertuscht. Man verweist auf eine Seite mit folgender Kurzbeschreibung:

 Sergeant Karl Wolf (US Air Force) arbeitete als Präzisions-Elektroniker für Fototechnik auf der Langley Air Force Base in Virginia. Mitte 1965 erhielt er den Auftrag bei der Reparatur eines Fotolabors zu helfen, das zur Entwicklung von Fotos der damaligen Mond-Sonde genutzt wurde. Während er in der Dunkelkammer zusammen mit einem Mitarbeiter des Labors wartete, erzählte ihm dieser, dass man auf der Rückseite des Mondes eine "Basis" gefunden habe. Daraufhin holte er Fotos aus dem Archiv des Labors und zeigte sie Karl. Auf den Fotos konnte man ganz klar künstlich geschaffene Strukturen wie Türme und pilzförmige Gebäude erkennen.

Wie kann man das überprüfen?

Schauen wir doch mal nach, was für Sonden 1965 in Frage kommen.

Wikipedia - Chronologie der Mond-Missionen

Es kann sich eigentlich nur um einer der 9 Ranger-Sonden gehandelt haben, die sind aber alle am Ende der Mission auf den Mond abgestürzt, also welchen Film soll es eigentlich gegeben haben, den man in einen Fotolabor entwickeln muss?

Und Ranger hatte - weil die Missionen auf den Mond endeten - deswegen auch keine FILM-Kameras sondern TV-Kameras an Bord. Und was die übertragen, muss man nicht in einen Fotolabor entwickeln.

Bernd Leitenberg beschreibt die Sonden in seinen Blog sehr genau und verständlich:



Dazu dienten 6 Kameras. Die Videocon Sensorgrößen lagen bei allen Kameras bei 25.4 mm Durchmesser. Sie waren mit Antimonsulfid / Antimonsulfoxid als lichtempfindlicher Schicht belegt. Die Kameras wurden von RCA gefertigt.

Die Kameras waren 2 TV Kanälen zugeordnet (TV Kanal F und P). TV Kanal F umfasst zwei Kameras mit einer Brennweite von 25 und 76 mm (Weitwinkelkamera A und Telekamera B). Das Gesichtsfeld betrug bei der A-Kamera 25 Grad und bei der Telekamera 8.4 Grad. Diese Kameras nutzen eine Fläche von 11 x 11 mm auf den Videocons und tasteten diese in 2.5 Sekunden in 1132 Linien ab. Die Bilder wurden nacheinander übertragen, so dass ein Zyklus 2 Bilder umfasste und 5.12 Sekunden dauerte.
Im zweiten Kanal P waren 4 Kameras zugeordnet. Die Brennweiten der Kameras lagen bei 25 mm (25° und 6.3° Gesichtsfeld) und 76 mm (8.4° und 2.1° Gesichtsfeld). Sie tasteten nur eine Fläche von 2.8 x 2.8 mm mit 290 Linien ab, dies jedoch in 0.2 Sekunden. Auch hier wurden die Bilder nacheinander übertragen, so dass ein Zyklus 4 Bilder umfasste und 0.84 Sekunden dauerte.
 
Die Kameras waren in 2 Ketten angeordnet. Jede Kette hatte eine eigene Stromversorgung, einen eigenen Transmitter und Timer. So dass der Ausfall einer Kette nicht die Mission scheitern lies. Die 1200 Wattstunden Batterie war nur für die Fernsehkameras bestimmt. Die 1000 Wattstunden Batterie erlaubte es die wichtigsten Manöver nach dem Start durchzuführen, so dass auch bei Ausfall der Solarpanels die Mission im wesentlichen durchgeführt werden konnte.

Also, was will man in der NASA-Dunkelkammer entwickeln, wenn die Bilder elektronisch übertragen wurden? Auch wenn der angebliche NASA-Mitarbeiter von einer weit früheren Mission berichten sollte, dann muss man wissen, das diese früheren Sonden, die Filmkameras benutzten, diesen an Bord entwickelten und diesen entwickelten Film wie ein Fax-Gerät elektronisch abtasteten und zur Erde funkten.

Es gab 1965 kein Filmmaterial vom Mond bei der NASA, das man in einer Dunkelkammer entwickeln musste.




Mittwoch, 21. März 2012

Falsche Farben und Paintbrush-Pinselstrich. Fälscht die NASA Bilder?

Das die NASA alle Bilder fälscht und retuschiert ist ein weit verbreiteter Mythos, die letzten Tage hat man mich in den Kommentaren mit vermeidlichen Beweisen (natürlich in YouTube-Videos) überschüttet. Dabei zeigt sich, das es an grundlegenden Verstandiss fehlt, wie Wissenschaft funktioniert und was mit Bildern von der NASA (und anderen Raumfahrtorganisationen) gemacht wird. Die Geologin Emily Lakdawalla von der Planetary Society, einer Organisation die von Carl Sagan gegründet wurde und sich für Raumfahrt und der Suche nach ausserirdischen Leben einsetzt, erklärt in knappen 5 Minuten die grundsätzlichen Missverständnisse.


Erste Überraschung: Die Bilder werden gar nicht für uns gemacht! Sie werden für die Wissenschaftler gemacht, und die beeidruckensten davon werden an die Presse weitergegeben. Wissenschaftler wollen in erster Linie keine schönen Bilder haben, sondern Bilder auf denen sie möglichst viel entdecken können. Deswegen werden in der Raumfahrt auch sehr viele Bilder in Falschfarben gemacht, aber dazu kommen wir noch.

Zweite Überraschung (für jüngere Leute):  Bei alten Aufnahmen wurden keine Computer zur Bildbearbeitung benutzt, sondern Schere und Klebstoff. So leistungsfähige Computer gab es damals noch nicht, man hat mehrere Einzelaufnahmen zu einem Mosaik zusammengeschnitten, Emely Lakdawalla wählt als Beispiel dafür ein Bild des Merkurs von Mariner 10 dessen Einzelbilder man hier finden kann. (Von wegen, die NASA verheimlicht alles)


Ein noch deutlicheres Beispiel als das im Video. Mosaik von Mariner-10-Aufnahmen. Quelle: NASA-NSSDC

Dieses Bild wurde 1979 veröffentlicht, zu Zeiten, als ein Apple-Computer noch so und Computergrafiken noch so aussahen. Und die bei den Youtube-Filmern beliebten Bilder von Mars und Mond sind meistens noch älter. Wenn man aus solchen Bildern einen Ausschnitt nimmt und vergrößert und mit heutigen Bildbearbeitungsprogrammen auch noch versucht, da "versteckte Details" herauszukitzeln, dann finden sich an den Schnittstellen natürlich immer etwas, woraus man Gebäude oder Raumschiffe machen kann. Ein Beispiel habe ich hier schonmal erklärt.

Dritte Überraschung: Viele Bilder werden einfach so gemacht, z.B. um eine Kurskorrektur zu kontrollieren. Da ist das Beispiel der Sonde Cassini gut gewählt, denn sie kreist um Saturn und photographiert dort diesen Gasriesen, seinen Ring und seine zahlreichen Monde. Nun ist Saturn aber so weit weg, das ein per Funk übertragener Befehl über 70 Minuten braucht und die Rückantwort der Sonde ebenfalls.

Man kann sie nicht fernsteuern wie ein funkgesteuertes Modellauto, man kann nicht wie bei einer normalen Kamera am Bildschirm schauen "oh, es ist zu dunkel, verändern wir mal die Helligkeit, damit das Bild gut wird". Man kann ihr nur im voraus befehlen "mach von heute 18 Uhr bis morgen 2 Uhr die Bilder mit dieser Helligkeit und dieser Belichtungszeit". Die Sonde macht dann ihre Bilder selbst ohne das man sie beinflussen kann. Dementsprechend sind viele ihrer Bilder misslungen, zu hell, zu dunkel und manchmal macht sie sogar Bilder, während sie sich in eine andere Richtung dreht.

Und manchmal müssen die Leute im Kontrollzentrum die exakte Lage kontrollieren, dann geben sie der Sonde den Befehl, die nächsten Bilder etwas heller zu machen damit man anhand der Sterne die Position kontrollieren, was erstmal dauert bis sie diesen Befehl enthält, dann macht sie ne weile diese absichtlich überhellen Bilder, bis das gewünschte Bild auf der erde angekommen ist, dauert es wieder eine weile. währenddessen die Sonde vielleicht einen Mond in den Blickfeld bekommt, den  sie dann viel zu hell aufnimmt etc.

Dementsprechend kann man in der Übersicht der sog. RAW-Bilder mehr misslungene als gelunge Bilder finden. In den Video "Ringmakers of Saturn" wird sich genau auf diese misslungene Bilder gestürzt. Das Zylinderraumschiff dort ist z.B. nur ein Mond, der aufgenommen wurde als die Sonde sich bewegte und dementsprechend wurde aus den Mond ein Zylinder.

Hier ein Beispiel für so ein "misslungenes" Bild. Die Sonde wollte den Mond Tethys aufnehmen, im Hintergrund überstrahlt der Saturn das Bild aber gnadenlos:

Screenshot aus der Cassini-Raw-Image-Datenbank


Merkt Ihr´s? Die NASA sagt sogar, wann das "gefälschte/retuschierte" Bild kommen wird! :-D




... das bringt mich wieder zurück auf Emely Lakdawalla, denn die ist auf Youtube von jemanden doch tatsächlich beim wegretuchieren von Schiffen oder Städten "erwischt" worden. Bei ihrer Erklärung dazu lernt man sehr viel über die Probleme im Umgang mit diesen Bildern - unbedingt ansehen!




... es ist so einfach zu verstehen, wenn man es nur weiss.

Die Sonde bewegt sich, der Saturn dreht sich und der Mond bewegt sich. Wie man oben am RAW-Beispiel sieht, sind alle Bilder eigentlich schwarz-weiss. Und unter den Bild steht auch, das die Filter CL1 und CL2 verwendet wurden, das sind Farbfilter, die vor der Linse in einer Scheibe angeordnet sind. Welcher Filter welcher Farbe entspricht, kann man in der FAQ zu den Raw-bildern nachlesen. Und da sehen wir, das CL steht für "clear", also gar kein Filter. Dieses Bild nimmt also alle Wellenlängenbereiche auf, die die Kamera verkraften kann.

Um ein Farbbild  in "natürlichen Farben" zu erhalten, muss man erstmal ein Bild mit den roten Filter, dann eins mit den blauen und eins mit den grünen aufnehmen. aber Wissenschaftler sind ja eigentlich gar nicht an schönen Bildern interessiert, sondern an neuen Entdeckungen, deshalb gibt es auch Filter für Farben, die wir Menschen gar nicht sehen können, mit denen man aber bestimmte Stoffe voneinander unterscheiden kann. die verwenden Wissenschaftler viel lieber und deswegen sind die meisten Bilder in der Raumfahrt Falschfarbenbilder.

In den Video von Emely Lakdawalla wird auch die Zusammenstellung einer Farbaufnahme eines Marsrovers gezeigt. Da ist ein kleines aber wichtiges Detail zu sehen:

(Screenshot aus obigen Video)

Das ist ein "Farbkallibrierungs-Ziel" (Calibration Target) das an den Rover angebracht wurde und immer wieder mal versehentlich oder absichtlich von den Kameras des Rovers mitphotgraphiert wird. an den Ecken sieht man farbige Plätchen mit Mischfarben, an deren Darstellung man erkennt, welcher Filter vor der Linse gerade benutzt wurde.

 Übersicht, wie sich durch das Calibration-Target die verwendeten Filter identifizieren lassen - aus den PDF "Color Calibration of Spirit and Opportunity Rover Images" by Ron L. Levin

Die Marsrover Spirit & Opportunity haben jeweils eine Stereo-Kamera, also eigentlich zwei Kameras. Und vor jeder dieser beiden Einzelkameras können durch 8 verschiedene Filter Bilder gemacht werden. Weil die Wissenschaftler so scharf auf möglichst differizierte Daten sind, sind auf diesen beiden Kameras größtenteils auch unterschiedliche Filter montiert, so ergeben sich aus der Kombination bis zu 13 "Grundfarben", in denen diese Rover "sehen" können. Wir Menschen können nur in 3 Farben sehen. Das macht man, um Gesteinsarten besser voneinander unterscheiden zu können.


Und das machte man auch schon bei der ersten gelandete Marssonde Viking 1 so. Das mit den Falschfarbenbildern ignorieren solche Leute wie Richard Hoagland und behaupten stattdessen, der Mars sei voller blauer Ozeane und grünen Wäldern.
 
Deswegen ist es bei Bildern von Raumsonden sehr wichtig, immer darauf zu achten, mit welchen Filtern die Aufnahmen gemacht wurden. Und seriöse Quellen werden diese Informationen immer angeben oder zumindest auf die Quelle verlinken, wo diese Informationen zu finden sind.

Dienstag, 21. Februar 2012

Video-Fake von chinesischer Mondsonde Chang´e 2 entlarvt

 Es gibt ein Video namens "Alien Moon Base Captured By Chang'e-2 Orbiter 2012" auf Youtube, das angeblich von der chinesischen Mondsonde Chang´e 2 stammen soll und merkwürdige Gebäude auf den Mond zu zeigen scheint. Hier ist das Video:


Die Beschreibung zu den Video lautet wiefolgt:

I was sent some pictures by a source who claims China will be releasing Hi Res images taken by the Chang'e-2 moon orbiter, which clearly show buildings and structures on the moons surface.

He also claims NASA has deliberately bombed important areas of the Moon in an effort to destroy ancient artefacts and facility's.

Pictures yet to be released clearly show nuclear impact craters and building debris caused by explosions in an effort by NASA to destroy the truth. China is moving toward full disclosure of the Extraterrestrial reality, if these images and future ones are verified genuine then NASA should be investigated for fraud and treason. China will be releasing all the data and images from the Chang'e-2 in the coming weeks and months, lets hope this is the beginning of a new era.

"The narration by Karl Wolf has nothing to do with the images in this video. I included the narration by Karl Wolf merely to help the viewer realise that the cover-up by NASA concerning Alien structures on the Moon has been going on for decades".

Disclaimer: The ADG cannot confirm the authenticity of the information presented, we merely present the information to a wider audience on behalf of the filmmaker, witness, source or author.

Das klingt an sich schon mal sehr merkwürdig, denn laut international verbreiteten Pressemitteilungen hat China bereits diese hochauflösenden Bilder von Chang´e 2 veröffentlicht:

 (ganzer Artikel von xinhuanet hier)


Auch der restliche Teil der Geschichte klingt merkwürdig. Angeblich sollen also nicht nur die USA diese Bauten verheimlicht sondern sogar mit Nuklearwaffen angegriffen haben (damit erklären sie anscheinend die Mondkrater). Das ist nur schwer vorstellbar, denn dazu würden einfache Atomrakten nicht reichen, denn jede Rakete muss das Schwerefeld der Erde verlassen um zum Mond zu gelangen, wärend Satelliten oder das Shuttle im Erdorbit bleiben und kleinen Interkontinentalraketen für Raketenangriffe sogar nur ballistische Objekte sind, daher sie "fallen" über den Zielgebiet herunter, verlassen also absichtlich nicht das Gravitationsfeld der Erde. Alles, was den Mond auf normalen Weg erreichen soll, muss die sog. zweite Kosmische Geschwindigkeit überschreiten. Dazu braucht man mehr Schub, was auch einen größeren Treibstoffverbrauch bedeutet. Und deswegen ist die sog. "Mondrakete", die Saturn V so groß. Ihr Start war so laut, das schon aufgrund des Lärms ein kilometerweite Sicherheitsabstand nötig war. Schwer vorstellbar, so eine monströse Rakete irgendwo ungesehen zu bauen, zu einen Startplatz zu bringen und heimlich zu starten.

Und die "Nuklearangriffe" auf den Mond hätte man wohl auch sehen müssen, man bedenke, dass der Mond der mit Abstand am meisten beobachtete Himmelskörper ist. Irgendwo auf der Welt wird es zu jeden Zeitpunkt einen Photographen oder Hobbyastronom geben, der den Mond gerade fotografiert. Die Explosionen wären höchstwahrscheinlich jemanden aufgefallen.

Lange rede kurzer Sinn - die Geschichte stimmt nicht...
und die angebliche Aufnahme der Sonde Chang´e II ist ein Hoax!

Denn das Bild stammt gar nicht von dieser chinesischen Sonde, sondern von der amerikanischen Sonde Lunar Orbiter III - gefunden wurde das Bild von einen Teilnehmer des amerikanischen Forums Above Top Secret. Da soll noch mal einer sagen, solche "Schwurbelforen" seien zu nichts nütze ;-)

Hier ist das Bild von Lunar Orbiter III, das 1967 zur Erde übertragen wurde:

(Quelle: Nasa - Lunar Orbiter III - frame 3085)

Das Video fängt bei diesen Bild links unten an und schwenkt zur Bildmitte - im obigen Orignal ist dort kein Gebäude zu sehen, es wurde wohl mit einem Bildbearbeitungsprogramm hineinmanipuliert. Auch wurde das Seitenverhältnis verändert, im Video wirkt die Mondoberfläche "gequetscht".

Ich habe mal 3 Einzelbilder aus dem Video in das Originalbild von der NASA hineinkopiert, so ganz perfekt hab ich die Größenordnung nicht getroffen, aber man erkennt die Übereinstimmungen. Vor allem beim vertikalen Streifen im dritten Bild, der von einen Bildfehler der Originalaufnahme übernommen wurde:

(draufklicken zum Vergrößern)

Aber auch ohne diesen glücklichen Zufallsfund (wer kennt schon alle Mondaufnahmen auswendig?) gibt dieses Video überdeutliche Warnzeichen über die Seriösität der Macher. Die unstimmige Geschichte hatten wir schon, das Video ist mit den Schriftzug "ADG UK" versehen. Was einen sehr schnell auf einen gleichnamigen Twitter-Kanal bringt:


Uuuhhh... die Zusammenstellung klingt nach den üblichen Truther-Gedöns, und dementsprechend findet man auf der angegebenen, extrem scriptüberlasteten  Webseite neben brisanten UFO-Infos natürlich auch Infowar und Ron Paul und es bläst einen ungefragt ein Truther-Streaming-Radio entgegen. Die Krönung ist aber die Facebook-Präsenz dieser selbsternannten UFO-Disclosure-Gruppe:


Zur Begrüssung müssen wir ein sehr offensichtlich Photoshop-manipuliertes Bild ertragen, in dem der Kopf der Akte-X-Darstellerin Gillian Anderson auf einen barbusigen Body einer Lack-Lady draufkopiert wurde...

... mal ehrlich, wenn Sie brisante Aufnahmen von irgendeiner Raumfahrtagentur hätten, würden sie diese anonym an so einen Verein weiterleiten?

Donnerstag, 16. Februar 2012

Debunking with Respect! Chemtrails - Künstliches Wetter im schatten der Nacht - Artificial weather in the shadow of the night

Ganz frisch ist ein deutsches "Chemtrails on Night"-Video auf Youtube aufgetaucht, das eine genauere Betrachtung verdient. Denn wenn es den geheimen Chemtrail-Machern darum geht, Sonnenlicht zu reflektieren um die Klimaerwärmung zu stoppen, dann wäre es ziemlich blöd, auch noch nachts, wenn die Sonne gar nicht scheint, reflektierendes Aluminium und Barium zu sprühen, oder?

Das Video ist technisch gar nicht mal so schlecht und unter den normalen Chemtrail-Videos ohne Frage eines der (technisch) besseren. Aber das Video beweist an sich nur: Ja, Kondensstreifen sehen nachts genauso aus wie tagsüber, und es war  zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht mal so richtig "Nacht", sondern nur sog. bürgerliche bis nautische Dämmerung.

Kurz gesagt, das Video suggeriert "Die heimlich-Mächtigen da oben tun heimlich nachts etwas über unseren Köpfen", aber es zeigt in Wirklichkeit nur den Feierabend-Fliegerverkehr über Bayern. Durchaus eindrucksvoll gedreht...

... aber macht es eigentlich Sinn, in der Nacht das Sonnen- bzw. Mondlicht zu reflektieren?

Bevor ich weiter aushole, schauen wir uns das Video einfach mal an:


(Wie immer und auch in Zukunft in diesen Blog: Wenn ich ein YouTube-Video gut finde, dann wird es hier "gross" präsentiert, ansonsten ist es im Vorschaubild klein. Dieses Video von "BavarianInfoWar" ist technisch und stilistisch gut und es würde vieles gut erklären, wenn es im richtigen Kontext stehen würde)



Beeindruckend, oder?

Man sieht den Sternenhimmel. Und es fliegen Flugzeuge schnell und quer durch. Und das alles geschieht nachts, wenn wir alle brav schlafen und nicht bemerken, was man mit uns macht. Dazu die Musik von Fatboy Slim und mittendrin die zur Musik eingemischte Stimme vom geschätzten  Professor Heinz Haber,   über dessen kurzen Ausschnitt betreffend Wettermanipulation ich bereits mal kurz was geschrieben habe

Schauen wir uns die gezeigten Aufnahmen einfach mal genauer an...

Selbst die Bürgerinitaitive "Sauberer Himmel" - die selbsternannte deutsche Speerspitze der Chemtrail-Aktivisten - hat inzwischen mehrmals zwischen den Zeilen zugegeben, dass man die sog. "Chemtrails" von Kondensstreifen ganz einfach unterscheiden könnte. Wenn man "etwas sprüht", dann kommt es aus der Düse dick-konzentriert heraus. Wenn etwas kondensiert, dann gibt es eine Zwischenraum zwischen der "Düse" und dem was man herauskommen sieht.  Ist ja wirklich die einfachste Logik, denn wenn man was "verteilen" will, dann muss es ganz dicht aus der "Düse" herauskommen und sich dann verteilen. Das kennt jeder von z.B. einer Lackspraydose. Wenn man dagegen nichts direkt hinter der Düse sieht, aber später was kommt, dann ist es Kondensation.

Und unter diesen Gesichtspunkt kann man schon mal gut 90% der angeblichen Chemtrail-Beweise mit einen gut-sichtbaren Flugzeug direkt in die Tonne schmeissen, den bei den meisten Chemtrail-Videos sieht man diesen leeren Raum überdeutlich.

Und bei diesen "Chemtrails-bei-Nacht-Video"?!

Ich zeige jetzt alle Flugzeuge im Einzelbild, die man in diesen Video zu sehen bekommt:



Wenn dieses Flugzeug irgendetwas "sprühen" würde, dann gäbe es nicht diesen Abstand zwischen Flugzeug und den gerade frisch-kondensierenden Kondensstreifen.



Und wieder - ein deutlicher Abstand zwischen Flugzeug und Anfang des Kondensstreifens. Und fällt es eigentlich irgendjemanden auf, dass der Kondensstreifen sich am rechten Rand des Bildes auflösst?

Selbst ein Hardcore-Chemtrail-Gläuber muss doch zugeben: "Das ist ein Kondensstreifen"



Hier sieht man den Flieger undeutlicher, da er wohl eher weit entfernt (geschätzt 40-50 km) ist, denn in der Nähe des Horizontes ist nicht "direkt über einen", sondern es kann mehrere dutzend Kilometern entfernt sein, aber über dieses Thema möchte ich mich hier jetzt gar nicht auslassen.

Stattdesen freue ich mich, dass der Macher dieses Videos auf die ganz billigen Tricks wie der Linsenspiegelung (blaue Reflektion) gar nicht eingeht..


Hier ist der "Chemtrail" sogar so schwach, dass ich ihn nur auf meinen "gut"-eingestellten kallibrierten Monitor sehe. Kann gut sein, dass jemand mit einen Werkseinstellungsmonitor sich fragt "was meint der da überhaupt?!"


Nun sollten wir uns aber mal die Frage stellen, ob es überhaupt "Nacht" ist...

Man kann ja einfach behaupten "nachts, wenn alles schläft, dann sprühen sie uns zu". Bei diesen dramatischen Titel des Videos "Künstliches Wetter im schatten der Nacht"  fragte ich mich als erstes...

...ist es eigentlich "nacht"?


An einer Stelle schwänkt der Videomacher einen "Chemtrail" entlang und streift dabei ein Sternbild, das wirklich jeder kennt, der nur manchmal ganz nebenbei nachts zum Himmel blickt.Das bietet eine gute Möglichkeit, den Zeitpunkt dieser Aufnahmen zu ermitteln

Datum der Videoaufnahme ist bekannt und von mir auf die schnelle überprüft (anhand der Mondphase und der Position des Mondes). Ort der Beobachtung wird wohl Bayern sein, wenn der Macher des Videos sich schon so nennt. Ich nehm mal Regensburg, weil es in der Mitte Bayerns liegt, aber die folgende Darstellung gilt für ganz MItteleuropa, denn der einfach zu beobachtende Sternenhimmel variiert gar nicht mal so stark vom Beobachtungsstandort.

Hier sehen wir einen sich schnell selbstauflösenden (!) Kondensstreifen am Gürtel des Orions vorbeiziehen. Der Mond steht links etwas erhöht. Riegel und Beteigeuze sind klar erkennbar.



Hier habe ich mit Stellarium den Sternenhimmel des fraglichen Tages mal nachgestellt, um durch diese sehr eindrucksvolle Seitenlage des Orion-Gürtels Rückschlüsse auf den Aufnahmezeitmunkt machen zu können.



Man kann nicht sagen, ob der Macher des Videos die Kamera "gerade" ausgerichtet hat, aber "nachts" stand der Gürtel des Orions horizontal und nicht leicht senkrecht nach rechts geneigt-  wie im Video zu sehen

Diese im Video gezeigte Szene, muss um eine Zeit zwischen 18:00 und 21:00 Uhr aufgenommen worden sein, und dabei würde ich eher auf einen früheren Zeitpunkt tippen. Und das würde ich nicht "nachts" nennen, sondern das ist der abflauende abendliche Berufsverkehr. Um diese Uhrzeit ist einiges am Himmel los, auch über Bayern.



Noch etwas fällt auf, diese "Nacht-Chemtrails" verhalten sich genauso wie die "Chemtrails" oder Kondensstreifen am Tage
 
... oder sind es einfach genau dieselben Kondensstreifen, wie man sie tagsüber sehen kann, die durch den Wind leicht ausfransen und zu Cirrus-Wolken werden?!

Was die Vertreter der Chemtrail-Theorie immer wieder vergessen ist, dass diese Kondensstreifen und die dadurch erzeugten Cirrus-Wolken auch nachts gebildet werden, und dann wirkt diese Wolkendecke nicht abkühlend sondern erwärmend, weil die Wärmeabstrahlung in die obere Atmosphäre verhindert wird.

Es macht einfach keinen Sinn, nachts reflektierende Aluminium-Partikel zu verteilen, wie es die Chemtrail-Gläubigen als wichtigsten "Chemtrail-Zusatzstoff" so gerne behaupten. Die sogenannte "Wolkendecke" funktioniert auch nachts ganz genauso wie eine normale Decke, in die man sich so gerne bei Kälte einkuschelt. Wenn Licht von aussen kommt, spendet die Decke Schatten, aber wenn es kalt wird, hält sie die Wärme. Das Kondensstreifen Einfluss auf das Wetter und das Klima haben, wird von mehreren Instituten tatsächlich untersucht - nur findet man bei den Chemtrail-Gläubigen nie, nie, nie nur den Hauch eines Hinweises auf diese Untersuchungen.





Bei den oberen Bild bin ich ja schon mal sehr froh, das man die Farb-Korona des Mondes nicht zu einen Beleg für "Chemische Inhaltsstoffe" benutzt, wie es sonst in vielen Chemtrail-Videos gemacht wird, wenn Regenbogenfarben in einen gewöhnlichen Halo-Effekt zu sehen sind...

Der Macher des Videos ist durchaus photographisch begabt, hier hat er z.B. eine sehr hübsche Langzeitbelichtung gemacht, erkennbar daran, dass die Sterne als kurze Striche zu sehen sind. Und damit das gelingt, braucht es ein Stativ, der Macher des Videos war also auf die "nächtlichen Chemtrails" vorbereitet.

Wenn der Macher des Videos so offensichtlich gut begabt ist, warum macht er keine Videos, wo man die Kennung des Fliegers erkenen kann und es als "verbotene Sprühaktion" der Flugaufsicht melden könnte?!?! Nachts sind alle Flieger ohne Kennung für eine Kamera ;-)







Kleines Fazit dieses Videos:

So gut das Video gemacht wurde, warum macht man sowas nicht tagsüber, wo man die Flieger an der Kennung auch erkennen und bei Verstoss gegen das Luftsicherheitsgesetzes anzeigen könnte? Der Macher des Videos scheint technisch dazu absolut in der Lage zu sein. Die Flugsicherung hat in ihren Schreiben an die Bürgerinitiative "sauberer Himmel" dazu geraten, solche auffälligen Flüge zu melden, damit man den nachgehen könnte, denn was die Flieger da oben evtl. machen, kann man an den Radarschirmen der Fluglotsen ja nicht erkennen, und deswegen wäre die Flugsicherung bei der verbotenen absichtlichen Verteilung von Chemikalien eigentlich der erste Ansprechpartner. Stattdessen postet man die Bilder lieber bei YouTube und einschlägigen Seiten und zerrt Wettermoderatoren vor den Kadi.

...ein Wort noch zu den eingespielten Kommentar von Prof. Heinz Haber

.... ich bin ja schon mal froh, das man die Zitate aus der TV-Sendung "Was tut der Mensch im Weltenraum: Teil 13 Wettermanipulation" nicht inhaltlich verfremdet hat.

Denn Heinz Haber erklärt sehr deutlich, was möglich ist und was nicht. Einerseits erwähnt er das Wolkenimpfen mit Silberiodit, wie es schon seit Jahren von den sog. Hagelfliegern ausgeführt wird. Damit kann man aber nur schon vorhandene Wolken lokal begrenzt zum vorzeitigen Abregnen bringen, aber kein "Wunschwetter" machen.

Und Prof. Haber sagt, das man - um das Wetter oder sogar das Klima grossflächig zu beeinflussen - es nur zwei Möglichkeiten gibt: Man muss der Atmosphöre gewaltige (!) Mengen Energie entziehen oder hinzufügen. Die Betonung liegt hier bei "gewaltig" und das ist jedem klar, der Physik nicht in der Oberstufe abgewählt hat. Zu einer echten Wettermanipulation bräuchte man gewaltige Energien.

Und löblicherweise ist der Teil, indem Heinz Haber die konkreten Ideen eines Reflektionsschildes erwähnt, nicht herausgeschnitten. Heinz Haber sagt in diesen Video wie in seiner Sendung, dass man dazu Partikel mit einer Rakete in eine Höhe von 80 Kilometern bringen müsste (Wortwörtlich "Diese Höhe ist kritisch") um den von den Chemtrail-Gläubigen so gerne behaupteten Reflexionseffekt zu erzeugen.

In 80 Kilometer Höhe!

Das ist die obere Grenze der Stratosphäre. Ein mormaler Mensch würde das für "Weltraum" halten. Verkehsflugzeuge bewegen sich in 10 KM Höhe oder darunter, Viel höher können sie gar nicht fliegen, denn sie werden ja von dieser Luft im wahrsten Sinne des Wortes getragen - deswegen heissen die "Flügel" eines Flugzeuges auch Tragflächen. Und weiter oben ist die Luft einfach zu dünn dazu.

Dienstag, 10. Januar 2012

Von der NASA versteckte Städte auf den Mond - Was steckt dahinter?

Immer wieder wird behauptet, dass die NASA Bilder vom Mond oder vom Mars zensieren würde - und das auch noch ziemlich schlecht und deutlich, den jeder könne die unscharfen Bereiche auf diesen Photos erkennen. Was steckt wohl dahinter? Ein Raumschiff, das wir nicht sehen sollen, oder riesige Hochhäuser? Besonders Richard C. Hoagland füllt ganze Bücher und Webseiten mit solchen Beweisbildern...

Ist es so? Hat die NASA einfach bereiche des Mondes unscharf gemacht, damit wir da etwas nicht sehen?

Nein. Man muss sich daran erinnern, wie diese Bilder damals in der Zeit vor der digitalen Bildbearbeitung entstanden sind - es sind Mosaikbilder, zusammengesetzt aus mehreren Einzelaufnahmen.

Man nahm ein normales Foto vom Mars oder Mond, das aus größerer Entfernung aufgenommen wurde und vergrößerte es auf den Massstab der Detailaufnahmen. Dieses extrem detailarme Bild diente vor allem der Orientierung, wo die Einzelaufnahmen hinkommen und das am Ende keine fehlenden Lücken entstehen. Dann wurden die Einzelaufnahmen auf dieses grosse Gesamtbild geklebt. Hat man dann alle verfügbaren Einzelbilder so bearbeitet, wird das Mosaik bzw. ein Ausschnitt davon fotografiert.

In den Pioniertagen hat man noch nicht systematisch eine neue Welt mit Detailaufnahmen kartographiert. Die Sonden hatten ja nur begrenztes Filmmaterial an Board, das an Bord der Sonde entwickelt werden musste, bevor es zur Erde gefunkt werden konnte. Also flog man einmal rum und verschafft sich erstmal mit detailarmen Grossaufnahmen einen Gesamtendruck und lenkte die Sonde dann in tiefere Bahnen, welche gezielt interessante Gebiete abdeckte.

Hier behauptet Hoagland, die dreieckigen Bereiche seien zenstiert, wohl weil dort Hochhäuser, Türme oder ähnliche imposante, ausserirdische Gebäude stehen, die die NASA vor uns natürlich verstecken muss:


Auffällig ist, wenn da Hochhäuser sein sollen - wie Hoagland behauptet, warum werfen sie keine Schatten?

Damit man besser sieht, dass das Photo wirklich aus verschiedenen Einzelaufnahmen zusammengesetzt wurde, habe ich mal die deutlichsten Helligkeits-/Strukturunterschiede der Einzelaufnahmen markiert - man kann die Ränder und Eckpunkte finden, wenn man danach sucht:


Die angeblich zensierten Bereiche sind die, wo das vergrößtere Unterlagenbild nicht von den besseren, detailierteren  Nahaufnahmen bedeckt wurde.

Wir vergessen heutzutage zu sehr, das Bildbearbeitung in der Zeit, vor den heute allgegenwärtigen PCs, ein echtes Handwerk war. Bildbearbeitung war zu dieser Zeit noch etwas, was man vor allen mit Schere, Klebstoff, Farbe, Pinsel und Reprofotografie machte. Photoshop gab es zu dieser Zeit nicht, und selbst die Grossrechner der NASA hatten damals weder das Speichervermögen noch die Rechenkapazität um Bildbearbeitung, wie wir sie heute selbstverständlich alle kennen, am Computer durchzuführen.
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